Tote Schweine in Amstetten: „Schwierig alle Fälle zu verhindern“
Die Schweine im Amstettner Betrieb wurden seit Monaten nicht gefüttert (Symbolbild)
Der Fund von mindestens 400 verendeten Schweinen in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten sorgt weiter für politische Diskussionen. Bereits im Vorjahr waren dort 55 Schweine verendet, nachdem die Lüftungsanlage ausgefallen war. Nun stellt sich die Frage, warum der Betrieb trotz dieses Vorfalls nicht intensiver kontrolliert wurde?
Kritik an der Personalsituation
Der Grüne Landtagsabgeordnete Dominic Hörlezeder spricht von einem „Kontrollversagen“. Für ihn ist unverständlich, warum der Betrieb nicht als Hochrisikobetrieb eingestuft wurde. „Es kommt mir so vor, als wäre immer wieder was – ein Skandal, mal größer, mal kleiner, und es gibt keine Verbesserungen“, sagt er.
Hörlezeder bezweifelt zudem, dass die Bezirkshauptmannschaft Amstetten ausreichend Amtstierärztinnen und Amtstierärzte zur Verfügung hat. „Wie weit kommt man mit zwei Amtstierärztinnen für den Bezirk Amstetten? Da braucht man keine Angst vor Kontrollen haben, weil es bei der Personalsituation nicht möglich ist“, sagt er.
Mit einer Anfrage will Hörlezeder nun klären, warum der Betrieb nicht als Hochrisikobetrieb eingestuft wurde und wie viele Amtstierärzte tatsächlich bei der Bezirkshauptmannschaft Amstetten beschäftigt sind.
Land stockt Personal auf
Tierschutzlandesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) weist den Vorwurf eines Kontrollversagens zurück. Eine entsprechende Anfrage von Hörlezeder liege ihr bislang noch nicht vor, sagt sie im Gespräch mit dem KURIER.
Dass der Fall eine „Katastrophe“ sei, räumt Rosenkranz ein. Gleichzeitig sei es schwierig, alle Fälle zu verhindern. „Natürlich wäre ich sehr froh über noch mehr Amtstierärzte, wir haben aber mit sieben Vollzeitequivalenten in ganz Niederösterreich aufgestockt“, sagt sie.
Die Betriebe würden zwei- bis dreimal pro Jahr kontrolliert. „Landwirte werden sagen, sie werden sehr viel kontrolliert“, sagt Rosenkranz.
Taskforce soll Betriebe unterstützen
Bereits im Oktober 2024 startete in Niederösterreich eine „Taskforce Tierschutz“. Sie soll landwirtschaftliche Betriebe unterstützen und beraten – auch in psychischen Ausnahmesituationen.
Im Fall des Amstettner Betriebs ließ sich der Landwirt wegen eines Burnouts in eine Klinik einweisen. Die Taskforce sei auch in solchen Situationen aktiv, sagt Rosenkranz. In einem Fall habe sie etwa den Maschinenring kontaktiert, damit die Tiere weiterhin versorgt werden konnten.
Land sieht kein Kontrollversagen
Für Rosenkranz funktioniert die Taskforce gut. Ein Kontrollversagen der Behörden sieht sie im aktuellen Fall nicht. Hörlezeder widerspricht. Er verweist auf Gespräche mit Tierärztinnen und Tierärzten, die wegen der Personalsituation flächendeckende Kontrollen für nicht möglich hielten. „Man merkt doch, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher. Ich bin es leid, dass sich nichts ändert“, sagt er.
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