Amstetten: Bürgermeister geht überraschend

SP-Bürgermeister Katzengruber geht am 30. September
Foto: KURIER/Atzenhofer

Viel Lob für die Arbeit des scheidenden Bürgermeisters. Aber auch Kritik über den frühen Abgang nach der letzten Wahl.

Am gestrigen Markttag in Amstetten war der überraschend angekündigte Rückzug von SP-Bürgermeister Herbert Katzengruber das Tagesthema. "Hast gehört, der Herbert geht", war ein Stehsatz. Wie berichtet, wird er am 30. September den Hut nehmen.

Im Rathaus, wo die Abteilungsleiter schon am Dienstag eingeweiht worden waren, schwankte die Stimmung zwischen Wehmut und Verständnis für den beliebten Chef. Der galt auch als Sparmeister und drehte öfter auch überflüssige Glühlampen ab. "Wer wird das jetzt wohl übernehmen", wurde gewitzelt.

Bestätigung fand Katzengrubers Eigeneinschätzung, dass in seinen 23 Bürgermeisterjahren "viel weitergegangen ist". Großprojekte, wie der Bahnausbau, neue Kindergärten, das Schulzentrum oder der Citybus - Neu seien auf Schiene: seine Nachfolgerin soll die Vorhaben von Beginn an begleiten, begründete Katzengruber den richtigen Zeitpunkt zum Rücktritt.

Mitbewerber

Von den politischen Mitbewerbern wird Katzengruber Wertschätzung entgegen gebracht. Weniger seinem Rückzug.

"Katzengruber hat immer das Beste für die Stadt gewollt und sehr viel für sie getan", sagte VP-Vizebürgermeister Dieter Dieter Funke. Eine neue Chanceneinschätzung durch den Rückzug des SP-Zugpferdes wollte er derzeit nicht abgeben. Wie die VP bei der Wahl der designierten SP-Nachfolgerin Ursula Puchebender stimmen wird, will Funke in der Fraktion diskutieren.

Stimmen

Katzengruber habe viel geleistet, "er wird eine Lücke reißen", gesteht auch Grünchef Thomas Huber ein. Der Abgang so kurz nach der Gemeinderatswahl 2010 sei aber nicht im Sinne der Wähler, kritisierte Huber. Was auch FP-Stadträtin Brigitte Kashofer so empfand. Zur Erinnerung: Katzengruber hatte 1463 Vorzugsstimmen, Funke 277, Kashofer 53, Huber 25.

Geschätzt habe sie, dass Katzengruber über den politischen Tellerrand hinaus geschaut habe. Sie fürchte, dass sich das mit Puchebner, die sehr "parteipolitisch indoktriniert gewesen sei" ändern könnte. Dazu Puchebner: "Ich werde, wie Katzengruber, für alle Fraktionen gesprächsbereit sein."

(kurier) Erstellt am
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