Amoklauf an Schule in Pernitz angedroht: 14-Jähriger in U-Haft

Schüler hatte Bluttat in Videospiel angekündigt. In einem Tagebuch soll er seit Oktober eine Todesliste geführt haben.
Zwei Polizeiautos mit blau-rotem Streifen und dem Wort „Polizei“.

Wegen eines angekündigten Amoklaufs an einer Schule im Piestingtal ist am Montag im Bezirk Wiener Neustadt ein erst 14-jähriger Schüler von Polizeikräften festgenommen worden. Wie Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, gegenüber dem KURIER bestätigt, wurde der Schüler in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert.

Bei einer freiwilligen Nachschau an der Wohnadresse der Eltern des 14-Jährigen wurden Waffen sichergestellt. Mittwochnachmittag wurde über den Schüler die Untersuchungshaft verhängt, bestätigt Gerichtssprecherin Birgit Borns.

Schreckschusswaffen und Tagebuch

Der Jugendliche soll während eines Videospiels in einem Chat einen Amoklauf an seiner Schule in Pernitz angekündigt haben. Ein Spielteilnehmer erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei, bestätigt Habitzl.

Der 14-Jährige wurde darauf hin von der Polizei festgenommen. Es sollen schriftliche Unterlagen mit Details zu der geplanten Tat bei ihm gefunden worden sein. Laut Ermittlungen existiert eine Art "Todesliste". Der Verdächtige soll seit Oktober 2025 ein Tagebuch geführt haben. Darin sollen sich Notizen finden, wen seiner Mitschüler er "beseitigen" möchte.

Bei den sichergestellten Waffen handelt es sich laut Staatsanwalt um Schreckschusswaffen.

Psychologisches Gutachten

Mittwochnachmittag wurde der 14-Jährige am Landesgericht Wiener Neustadt der Haft- und Rechtschutzrichterin vorgeführt. Dabei wurde die U-Haft verhängt.

Strafrechtlich war der Jugendliche laut Staatsanwaltschaft bisher unauffällig. Ein psychologisches Gutachten soll klären, ob bei dem 14-Jährigen eine Beeinträchtigung bzw. eine verzögerte Reife vorliegt.

Bürgermeister verwundert

Völlig überrascht von dem angedrohten Amoklauf zeigt sich der Pernitzer Bürgermeister Hubert Postiasi (ÖVP). Er hat am Mittwoch, also zwei Tage nach der Festnahme des 14-Jährigen, erst durch Medienanfragen von dem Zwischenfall erfahren. "Das ist schon sehr merkwürdig. Wir wurden nicht informiert", so der Ortschef.

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