Chronik | Niederösterreich
30.10.2018

Alle erleichtert: Umleitung über den Treppelweg funktioniert

Der Straßentunnel von Dürnstein ist bis März gesperrt. Eine Herausforderung für die Logistik.

Die Vorbereitungen waren umfangreich. Entsprechend gespannt waren die Verkehrsteilnehmer in der Region, wie die Umleitung wegen der Tunnelsanierung in Dürnstein funktionieren würde. Erste Bilanz: Viele sind überrascht vom bisher reibungslosen Verkehrsfluss. Kritik kommt nur vereinzelt.

Wie berichtet, muss der Straßentunnel von Dürnstein saniert werden. Die regionale Umleitung wird seit Montag über den eigens verbreiterten Treppelweg direkt am Donauufer geführt. Der Großteil der Strecke ist zweispurig geführt, der kurze einspurige Teil mit einer Ampel geregelt. Wo bisher Touristen flanierten, sind jetzt Autos unterwegs. Für Fußgänger ist die Strecke tabu. Alle Zugänge von der Stadt her sind deutlich gekennzeichnet und aus Sicherheitsgründen auch mit Baugittern abgesperrt.

Der KURIER hat sich in Dürnstein bei Betroffenen umgehört: „Es ist schon eine Umstellung, aber im Großen und Ganzen läuft es recht gut“, meint beispielsweise Thomas Murth aus Spitz, der regelmäßig nach Krems unterwegs ist und gerade in seinem Auto an der Ampel steht. Die Wartezeiten empfindet er als überraschend kurz und angenehm.

„Ich habe den Eindruck, es funktioniert sehr gut. Auch, weil die Polizei an den Zufahrten kontrolliert und größere Lkw stoppt, die sich durchschummeln wollen, obwohl das nicht erlaubt ist“, findet Bernd Schweinsberg, der in Dürnstein ein Geschäft betreibt.

„Man kommt problemlos in die Stadt, es ist alles gut angeschrieben. Ich höre auch von Kunden keine Klagen“, berichtet Martina Lehenbauer aus Oberloiben, die in Dürnstein in einem Weinshop arbeitet.

„Die ganze Sache ist aus meiner Sicht gut vorbereitet, die Gemeinde hat uns rechtzeitig alle vorher informiert“, sagt eine Verkäuferin, die aus Spitz nach Dürnstein pendelt.„Ich weiß nicht, wie das wird, wenn noch ein starkes Ausflugswochenende mit schönem Wetter kommt. Aber derzeit stehen meist nur wenige Autos an der Ampel“, erklärt ein Herr aus Weißenkirchen.

Verwirrend

Ein wenig Kritik findet sich dann doch noch. Ein Ehepaar aus St. Pölten ist zum Wandern in die Wachau gekommen und hat sich verfranzt. „Das Schild mit der Aufschrift ’Durchfahrt Dürnstein gesperrt’ finde ich verwirrend. Denn die Durchfahrt von Dürnstein war auch vorher nicht offen. Gesperrt ist eigentlich der Tunnel. Es wäre für Auswärtige hilfreich, das zu ändern“, meint der Mann.

„Ich finde jedenfalls, das das sehr gut läuft. Die Umleitung dürfte keine negativen Auswirkungen auf den Ort haben“, betont der Dürnsteiner Bürgermeister Johann Schmidl, der wie üblich auf seinem Roller unterwegs ist.

Währenddessen finden sich zwei Techniker bei der Engstellen-Ampel ein und stecken ihren Laptop an. „Wir justieren nur etwas nach, weil die Ampel die Geräte der Busse nicht immer erkennt. Die haben sie unterschiedlich hoch montiert“, erklärt einer von ihnen.