Chronik | Niederösterreich
23.08.2017

"Aktion scharf" gegen illegale Einwanderer

300 Fahrzeuge bei nächtlicher Schwerpunkkontrolle auf der Ostautobahn in NÖ kontrolliert.

Die Aktion war groß angelegt: 76 Beamte kontrollierten in der Nacht auf Mittwoch fast 300 Autos, Liefer- und Lastwagen auf illegale Einreisen und Schlepperei. Gefunden wurde nichts, doch trotzdem – oder gerade deshalb – wird die Schwerpunktaktion als Erfolg gewertet.

Der Flüchtlingsstrom ist abgeflaut, dennoch wurden seit Jahresbeginn allein in NÖ knapp 4000 illegale Flüchtlinge aufgegriffen. Das Innenministerium reagiert und verstärkt wie angekündigt die Kontrollen in den Grenzregionen.

Nach Schwerpunktkontrollen am Brenner in Tirol war in der Nacht auf Mittwoch die Ostautobahn (A4) im burgenländisch-niederösterreichischen Grenzgebiet Ziel einer "Aktion scharf". Doch trotz peinlich genauer Kontrollen gab es in dieser Nacht keinen einzigen Aufgriff. Davon lässt sich die Polizei aber nicht beirren: "Es geht auch darum, Präsenz zu zeigen und zu demonstrieren, dass etwas für die Sicherheit getan wird", erklärt Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner.

Pünktlich um zwei Uhr schaltete ein Beamter in der Überwachungszentrale Bruck an der Leitha die Signalanlagen der Autobahn auf rot. Alle Fahrzeuge in Fahrtrichtung Wien wurden auf den Kontrollplatz abgeleitet und überprüft. Mit Taschenlampen versuchten die Polizeikräfte, verdächtiges in den Innenräumen zu erspähen. Schöpften die Experten für Menschenhandel des nö. Landeskriminalamts Verdacht, wurden die Fahrzeuge zur Seite gewunken.

Die Ostautobahn gilt nach wie vor als Schlepperroute. Wie sich bei den Kontrollen zeigte, stammten 90 Prozent der Fahrzeuge vom Balkan oder aus den östlichen Nachbarländern. Es sind auffallend viele Klein-Lkw unterwegs. "Das sind potenzielle Verstecke für Illegale. Nachdem man zuletzt eher einzelne Flüchtlinge aufgegriffen hat, sind es jetzt wieder zwischen sechs und acht Personen die in solchen Fahrzeugen geschleppt werden", erklärt Schwaigerlehner.

Bundesheer

Da die Polizei bei solchen Schwerpunktaktionen auch mit Fluchtversuchen möglicher Schlepper rechnet, wurden auch die Abfahrten und das Umfeld mit Streifen besetzt. Seit einigen Tagen wird die Polizei bei den Kontrollen auch vom Bundesheer im Rahmen des Assistenzeinsatzes unterstützt. Innenminister Wolfgang Sobotka machte sich Mittwochabend selbst ein Bild von den verschärften Kontrollen und besuchte die Polizei und das Bundesheer an den Grenzübergängen Spielfeld und Thörl-Maglern. In Spielfeld wurden dabei drei Flüchtlinge Aufgegriffen, 98 waren es in der gesamten Steiermark zuletzt im Juli.