AKNÖ-Präsident und ÖGB-Chef Markus Wieser

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Chronik Niederösterreich
09/02/2021

AK-Präsident vor Lohnrundenpoker: "Die Wertschöpfer sind am Zug"

Niederösterreichs Gewerkschaftschef Markus Wieser rechnet bei Kollektivvertragsverhandlungen mit deutlichen Reallohnzuwächsen.

von Wolfgang Atzenhofer

Nicht mit lautem Gepolter, sondern mit Vorfreude und hohen Erwartungen konfrontiert Niederösterreichs AK-Präsident und ÖGB-Chef Markus Wieser die Unternehmerseite vor den anstehenden Lohnverhandlungsrunden im Herbst. „Es gibt Parameter, die eindeutig aufseiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liegen“, behauptet  er optimistisch.

Nach 25-jähriger Erfahrung bei Herbstlohnrunden als früherer Metaller-Gewerkschafter kenne er die Zugänge und wisse, wie die Signale zu deuten seien, so Wieser. „Jetzt wird gesagt, man muss sich nach der Krise wieder vorbereiten, man muss sich konsolidieren, deshalb müssen vernünftige Forderungen gestellt werden“, glaubt der AK-Präsident die Argumentation der Wirtschaft zu kennen. „Wenn es gut geht, muss man sich auf schlechtere Zeiten vorbereiten, wenn es schlechtere Zeiten gibt, gibt es nichts, weil eben schlechtere Zeiten sind “, kritisiert Wieser frühere Verhandlungsstrategien der Unternehmerschaft.

Steuerzahler

„Ich glaube, jetzt sind endlich einmal die Menschen am Zug, die das Land am Laufen halten. Die Wertschöpfer in dieser Republik sind nach wie vor vier Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die unser Land stemmen. Sie sind es, die die Unternehmenserfolge letztlich auch erwirtschaften“, behauptet der AK-Präsident.  Besonders wichtig sei die Rolle der Beschäftigten, die 80 Prozent der Steuerleistung durch Lohnsteuern, Sozialabgaben oder Mehrwertsteuerleistungen im Land tragen, aber als Konsumenten, so Wieser weiter. Geld, das in die Arbeitnehmerschaft investiert werde, sei gut investiert, weil es letztendlich wieder in Konsumgüter investiert wird.

Kaufkraft

„Wenn wir die Kaufkraft stärken wollen und wenn wir jetzt die eigene wirtschaftliche Stärke im Land wieder sehen, dann ist es unabdingbar, diese Leistungen nicht nur anzuerkennen und zu klatschen, sondern auch dementsprechend monetär abzugelten. Darum glaube ich, dass es zu einem guten Herbst kommen wird“, erklärt Wieser. Man rede immer von einem heißen Herbst, er erwarte sich, dass in den einzelnen Branchen eine deutliche Lohnerhöhung stattfinden werde.

Erhöhungen müssten heuer deutliche Reallohnerhöhungen sein, macht Wieser deutlich. Lohnsteuer und Sozialabgaben, kalte Progression, dazu noch die höhere Inflation dürften die Lohnerhöhungen nicht wegfressen. Angesichts dieser Argumente auf der Arbeitnehmerseite freue er sich schon gespannt, die Kollektivvertragsverhandlungen in den nächsten Monaten begleiten zu dürfen, so Wieser bei einer Pressekonferenz, in der es um die Bedürfnisse der 66.000 Handelsangestellten in Niederösterreich ging. Grundtenor: "Die Einkommen bei den Handelsbeschäftigten müssen endlich deutlich erhöht werden."

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