Erstmals seit 21 Jahren kein Beachvolleyball-Spektakel in Baden

Sponsoren fehlen, internationales Turnier kann daher heuer nicht stattfinden. Kleinere Veranstaltung wird geprüft.
Zwei Beachvolleyballerinnen spielen.

Seit 21 Jahren war das Beachvolleyball-Turnier im Strandbad ein fixer Bestandteil im Veranstaltungskalender der Kurstadt Baden. Weit über die Stadtgrenzen hinaus lockte die seit dem Jahr 2005 organisierte Veranstaltung Sportbegeisterte an. 

Rund 250.000 Euro Preisgeld wurden im vergangenen Jahr beim Stopp der World Tour in Baden ausgespielt, als hier auch die U22-Europameisterschaft ausgetragen wurde. Es war das bis dahin größte Beachvolleyball-Event.

Und vorerst auch das letzte. Denn, wie die Veranstalter "HSG Events" auf ihrer Homepage bereits offiziell bestätigt haben: "Nach mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreicher internationaler Beachvolleyball-Geschichte wird es im Jahr 2026 keine Beachvolleyball World Tour in Baden geben." Und man begründet: "Die wirtschaftlich äußerst herausfordernden Rahmenbedingungen lassen es aktuell nicht zu, ein Turnier in jener Qualität auszurichten, für die Beachvolleyball Baden steht. Ein Event unterhalb eigens hochgesteckten Qualitätsstandards auszurichten, kam für das HSG-Team nicht infrage."

"Schmerzhafter Einschnitt"

Man habe sich die Entscheidung zur Absage dennoch nicht leicht gemacht, versichert Geschäftsführer Dominik Gschiegl. "Denn sie bedeutet einen schmerzhaften Einschnitt – für HSG-Events, für Baden als Sportstandort, für den 1. Badener Beachvolleyball Verein, für das breite Netzwerk an Partnern, für die eingebundenen ansässigen Schulen, für die zehntausenden Fans sowie für alle heimischen Athletinnen und Athleten, die 2026 nun voraussichtlich kein internationales Turnier in Österreich haben werden, wodurch eine wichtige Bühne im Olympia-Qualifikationszyklus für Los Angeles 2028 abhandengekommen ist."

„Nach 21 Jahren geht eine Ära zu Ende", bedauert Gschiegl. "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für große Sportevents werden von Jahr zu Jahr schwieriger, sodass Projekte dieser Größenordnung ohne entsprechende Förderungen und Sponsoren nicht mehr realisierbar sind. Als Veranstalter mussten wir diese Entscheidung aus unternehmerischer Verantwortung treffen. Mein großer Dank gilt allen Sponsoren, der Stadt Baden und dem Land Niederösterreich, die uns über all die Jahre hinweg die Treue gehalten und gemeinsam mit uns eines der größten Sportevents Österreichs aufgebaut haben.“

1,8 Millionen Euro Werbewert

Er erinnert noch einmal an das Turnier 2025, das mit rund 40.000 Besuchern in der zweithöchsten Kategorie im internationalen Beachvolleyball ausgetragen wurde. "Mit den besten Spielerinnen und Spielern der Welt sowie den anschließenden U22-Europameisterschaften stand Baden zwei Wochen lang im Fokus der Beachvolleyball-Welt. Volle Hotels, weltweite Medienberichterstattung und große Begeisterung bei Fans und Athleten unterstrichen die Bedeutung des Events, die sich auch im höchsten Werbewert seiner Geschichte niederschlug." Laut einer Analyse von United Synergies habe sich dieser auf mehr als 1,8 Millionen Euro belaufen.

Die HSG-Bilanz: Insgesamt generierte Beachvolleyball Baden in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 30.000 Nächtigungen, erzielte einen nationalen Werbewert von über 20 Millionen Euro, realisierte über 200 Stunden Live-Übertragungen und begrüßte mehr als 300.000 Besucher

Gemeinsam mit dem 1. Badener Beachvolleyball Verein prüfe man derzeit, ob heuer zumindest ein nationales Turnier im Strandbad organisiert werden kann.

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