Gastronomie in NÖ: Häufige Verstöße gegen das Arbeitsrecht

Von fehlenden Lohnzahlungen bis zu Insolvenzen: Immer mehr Arbeitnehmer brauchen arbeitsrechtliche Hilfe von der Arbeiterkammer NÖ.
Drei Personen halten gemeinsam ein Schild mit der Aufschrift „142,7 Mio. €“ und weiteren Informationen zur Arbeiterkammer Niederösterreich.

Das Jahr 2025 hat viele Beschäftigte in Niederösterreich vor arbeitsrechtliche Probleme gestellt. 

Rund 132.000 Arbeitnehmer wandten sich an die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) und suchten Beratung zu offenen Ansprüchen, Kündigungen oder Arbeitszeitfragen.

Insgesamt konnten die Experten der Arbeiterkammer Nachzahlungen von rund 143 Millionen Euro für Betroffene sichern, bilanzierte AKNÖ-Präsident Markus Wieser, der gemeinsam mit Vera Kmenta-Spalofsky vom Rechtsschutzbüros West und Thomas Kaindl, Leiter der Abteilung Regionale Aufgaben, am Donnerstag Bilanz zog. Ein Großteil der Summe entfiel auf ausstehende Löhne und Gehälter, Urlaubsersatzleistungen, Kündigungsentschädigungen oder Abfertigungen. 

„Durch unsere schnelle Arbeit wurden die offenen Forderungen so rasch wie möglich ausbezahlt. Häufig geht es da um mehrere Monatsgehälter“, berichtete Wieser.

Häufige Probleme waren unbezahlte Überstunden, fehlende Zahlungen beim Ende von Dienstverhältnissen oder Fragen rund um Homeoffice. Besonders kritisch seien dabei oft kurze Verfallsfristen in Kollektivverträgen, durch die Ansprüche rasch verloren gehen können. In einzelnen Fällen hätten sich Beschäftigte erst zu spät gemeldet und dadurch Geld eingebüßt, so die Arbeitsrechtsexperten.

Viele Probleme in der Gastro

Überdurchschnittlich oft musste die Arbeiterkammer laut eigenen Angaben für Beschäftigte aus der Gastronomie einschreiten. Dort komme es regelmäßig zu Verstößen wie unbezahlten Mehrstunden, Arbeitszeitproblemen oder Entlohnung unter Kollektivvertrag.

Ein weiterer Schwerpunkt blieb die Unterstützung nach Firmenpleiten. Für mehr als 4.500 Beschäftigte wurden offene Entgeltforderungen beim Insolvenzentgeltfonds eingebracht, damit ausstehende Gehälter möglichst rasch ausbezahlt werden können.

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