Jahn-Kaserne lockt Kaiserziegel-Sammler an

Abriss Jahn-kaserne, Schandfleck, leistbarer Wohnbau etc. © Bild: Stefan Straka

Nach jahrelangen vergeblichen Bemühungen ging es jetzt sehr schnell. Die baufällige Jahn-Kaserne weicht leistbaren Wohnungen.

Der Schandfleck muss weg. „Das ist noch viel Arbeit“, sagt der Abbruch-Profi und zeigt stolz einen „kaiserlichen“ Ziegel her. Die Existenz der ehemaligen Jahn-Kaserne in Korneuburg ist nach jahrelangem verhandeln mit Interessenten und Bauträgern besiegelt.

Über die Wintermonate wurde im Inneren des Gebäudes gearbeitet. Verkabelungen, Rohre, Fenster und Türen mussten demontiert werden. Seit wenigen Tagen hat der eigentliche Abriss des Ziegel-Massivbaues an der Frontseite begonnen. Zwei schwere Bagger arbeiten sich Meter um Meter vor und bringen die Mauern zum Einsturz. Geschätzte 30.000 Tonnen Ziegel und Bauschutt werden in den nächsten Wochen und Monaten anfallen. „Das sind mindestens 2000 Lkw-Fuhren“, schätzt ein Lkw-Fahrer die Dimension des nicht alltäglichen Abrisses. Die Ziegel der Grundmauern, die aus der Kaiserzeit stammen, locken Sammler und Liebhaber an.

Kein Hotel

Nachdem die Hotel-Pläne im ehemaligen Landesgericht mangels Investoren-Interesse geplatzt waren, versuchte die Stadt-Politik bei der Jahn-Kaserne nochmals einen Anlauf. Doch auch das scheiterte.

Stattdessen gibt es jetzt ein Alternativ-Projekt, das städtebaulich nicht uninteressant zu sein scheint. Den Projektwettbewerb hat die „NÖ Friedenswerk GmbH“-Genossenschaft gewonnen. Realisiert werden sozial leistbare Wohnungen, Startwohnungen und Betreubares Wohnen samt viel Grünraum. 133 Wohnungen (Miete und Eigentum) sollen in drei Etappen ab 2014 gebaut werden. „Es wird auch ein Nahversorger Platz in der Anlage finden“, sagt Bürgermeister Christian Gepp.

Erstellt am 10.03.2013