Architektonisch will man mit dem Stadtquartier neue Maßstäbe setzen. Was die Investition anbelangt, tut man es auf alle Fälle

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Chronik Niederösterreich
02/08/2022

200 Millionen Euro: Leiner-Projekt startet mit der Abrissbirne

Immo-Tycoon Klemens Hallmann baut für 200 Millionen Euro in Wr. Neustadt ein neues Stadtquartier. Den Anfang macht ein musischer Bildungscampus.

von Patrick Wammerl

Aufmerksamen Beobachtern ist es nicht verborgen geblieben. Spätestens seit der beliebte Kurzparkzonen-Parkplatz beim Leiner-Areal in Wiener Neustadt für Verkehrsteilnehmer gesperrt wurde, wusste man, dass es ernst wird.

Am Gelände des ehemaligen Möbelhauses haben die Abrissarbeiten für den Bau des neuen Stadtquartiers von Immo-Tycoon Klemens Hallmann begonnen. In den nächsten Tagen wird das 200 Millionen Euro teure Bauprojekt auch für die Bevölkerung sicht- und spürbar. Denn mit der Brücke zwischen den früheren Möbelhäusern über der Bahngasse verschwindet ein städtebauliches Wahrzeichen für immer aus dem Stadtbild.

Zusammen mit der Brücke wird auch das riesige Haus 1 südlich der Bahngasse (Richtung Stadtpark) dem Erdboden gleich gemacht. Diese Woche starten außerdem die archäologischen Untersuchungen auf dem Parkplatz Bräuhausgasse. In dem Bereich befindet sich der historische Teil der Stadtmauer.

Hallmann hat das frühere Möbelhaus im Herbst 2019 von René Benkos Signa-Gruppe gekauft und mit seiner Tochtergesellschaft SÜBA AG ein für Wr. Neustadt einmaliges Konzept entwickelt.

Auf 23.000 Quadratmetern lässt Hallmann 600 Wohnungen, Geschäftsflächen, Gastronomie und ein Ärztezentrum bauen.

61 Meter hohe Türme geschrumpft

Den meisten Diskussionsstoff lieferten die Pläne für zwei 61 Meter hohe Wohntürme. Damit wären sie nur um drei Meter niedriger als die Domkirche gewesen. Nach einem aus städteplanerischer Sicht klarem „Nein“ von ÖVP-Baustadtrat Franz Dinhobl werden die Hochhäuser maximal 51 Meter in den Himmel ragen. „Das Projekt ist neu überarbeitet worden und derzeit noch nicht fertig und in Abstimmung mit der Behörde“, erklärt Dinhobl.

Musisches Zentrum

Viel weiter fortgeschritten ist hingegen schon der Plan für den neuen Bildungscampus an jenem Platz, wo gerade das Haus 1 abgetragen wird.

Errichtet wird in enger Abstimmung mit der Stadt und der NÖ Bildungsdirektion ein Kindergarten, eine Volks- und Mittelschule mit Musik-Schwerpunkt sowie die Musikschule selbst. Laut dem Rathaus sollen die Pläne für den neuen Campus bereits Ende März der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Während der Abbrucharbeiten ist bis Anfang Mai mit Verkehrsbehinderungen rund um das Leiner-Areal zu rechnen. Es kommt zu Straßensperren in der Bahngasse.

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