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Chronik
05/10/2012

Finale Phase im Fall Kampusch

Die Politik wird der Justiz im Mai ihre Empfehlungen übermitteln. Ein Positionspapier sorgt für Verwirrung.

von Michael Jäger

Ich kann derzeit nichts bestätigen, noch etwas dementieren. Wir haben nicht getagt. Unser Endbericht  wird Ende Mai vorliegen." Werner Amon, Chef des Unterausschusses im Parlament, der sich seit Monaten mit dem Kriminalfall Natascha Kampusch beschäftigt, bereitet sich derzeit auf die finalen Gespräche zur Causa vor. Dabei geht es um die brisante Frage, ob die Politik der Justiz einen neuen Ermittlungsauftrag übermitteln wird.

Fix ist, dass  sich die Parlamentsfraktionen intensiv mit der Causa beschäftigen. Es gibt bereits  von den Klubs einzelne Positionspapiere. "Die werden gerade zwischen den Fraktionen verschickt", bestätigt Amon.

In einer gemeinsamen Sitzung in frühestens zwei Wochen soll dann die endgültige Fassung  des Berichts auf den Tisch gelegt werden. "Die Arbeiten werden zumindest noch den laufenden Monat benötigen, um dann der Öffentlichkeit den Endbericht vorlegen zu können", sagte Amon.

Verwirrung

Für Verwirrung sorgte ein von der Kronenzeitung  in ihrer Freitagausgabe veröffentlichtes Papier, zu dem Amon nicht ausschließt, dass es sich um ein Positionspapier handelt.

Laut dem Bericht der Krone würden die Parlamentarier Ermittlungspannen in der Justiz massiv kritisieren. Auch sei die Ein- oder Mehrtätertheorie nicht restlos zu entkräften. Und: Laut dem Papier würde sich  der Unterausschuss zu den offen gebliebenen Fragen eine neue Prüfung durch Kriminalisten unter Einbeziehung ausländischer Experten wünschen.  

Spekulationen, wonach Wolfgang Priklopil oder der Ermittler Oberst Kröll ermordet oder Natascha Kampusch das Opfer eines Kinderpornorings wurden, seien hingegen entkräftet.

 "Ich halte fest, dass es sich hierbei nicht um das Dokument des zuständigen Unterausschusses handelt", erwiderte Amon in einer Aussendung.

Wie berichtet, hatten zuletzt einzelne Mitglieder des Unterausschusses gemeint, dass der Fall Kampusch nicht erledigt sei. Justizministerin Beatrix Karl hat  die weiteren Schritte vom Bericht der Parlamentarier abhängig gemacht.

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