Der Prozess startete am Dienstag in Eisenstadt.

© Koglbauer Claudia

Chronik Burgenland
04/02/2019

Zwei Tote nach Frontalcrash: Prozess gegen 58-Jährige

Nach einem tödlichen Verkehrsunfall auf der S31 musste sich am Dienstag eine Niederösterreicherin vor Gericht verantworten.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Ein schwerer Verkehrsunfall auf der Schnellstraße S31, in dessen Folge zwei Personen ums Leben gekommen sind, hatte am Dienstag am Landesgericht Eisenstadt ein gerichtliches Nachspiel. Eine 58-jährige Niederösterreicherin musste sich unter anderem wegen des Vorwurfes der groß fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung verantworten.

Es war der 17. November 2017, als die 58-Jährige gemeinsam mit ihrer Familie in ihrem SUV einen Familienausflug in die Therme Lutzmannsburg unternehmen wollte. Im Wagen der 58-Jährigen fuhren auch ihr Ehemann sowie eine ihrer Töchter und das Enkerl mit. Die zweite Tochter fuhr im Auto dahinter.

Tödliches Überholmanöver

„Wir sind in der Früh weggefahren und waren ganz gemütlich unterwegs in den Urlaub“, sagt die Beschuldigte vor Gericht. Nach etwa eineinviertel Stunden Autofahrt habe sie gedacht, dass sie sich weiter auf einer zweispurigen Autobahn unterwegs sei und setzte bei Dörfl (Bezirk Oberpullendorf) zum Überholen eines Sattelzuges und eines Pkw an.Ein fataler Fehler.

„Ich habe geblinkt, bin rausgefahren und dann hat es schon geknallt. Ich habe einen dumpfen Knall gehört, die Airbags sind aufgegangen. Und dann war Stille.“

Nach dem Frontalcrash mit einem VW Polo kam für die Lenkerin des entgegenkommenden Fahrzeuges, eine 57-Jährige aus dem Bezirk Oberpullendorf,  jede Hilfe zu spät. „Sie hat  ein massives Brust- und Beckentrauma sowie Gesichtsbrüche erlitten“, erläuterte  die medizinische Sachverständige Elisabeth Friedrich beim Prozess.

Die 57-Jährige war noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen erlegen. Ihr 84-jährige Vater, der auf dem Beifahrersitz saß, wurde lebensgefährlich verletzt. Nach wochenlangen Aufenthalten auf der Intensivstation und weiteren Spitalsaufenthalten starb der 84-Jährige im März 2018 an den Folgen des Unfalls.

"Riskantes Fahrmanöver"

Die Beschuldigte erlitt Prellungen und befand sich 14 Tage im Krankenstand. Ihr Ehemann wurde leicht verletzt, Tochter und Enkerl im Fond des Wagens blieben unversehrt. „Ich bin 40 Jahre lang unfallfrei gefahren. Ich kann mir das gar nicht erklären“, sagt die Angeklagte, die sich geständig zeigte.

Laut Gutachter habe es sich bei dem Überholvorgang der Beschuldigten um ein „riskantes Fahrmanöver“ gehandelt habe. Er soll nun ein weiteres Gutachten erstellen und Bilder anfertigen, aus denen ersichtlich werden soll, wie es sich an der Unfallstelle mit der Beschilderung und einer etwaigen baulichen Trennung der Fahrbahn verhält.

Der nächste Prozesstermin ist für 6. Mai anberaumt.

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