Chronik | Burgenland
04.06.2018

Zubau Kaserne Eisenstadt gestrichen

Reform der Heeres-Reform: Personelle und infrastrukturelle Auswirkungen auf das Burgenland.

„Kommando retour“ heißt es derzeit beim Bundesheer. Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) hat den Generalstab vor drei Wochen mit der Planung einer neuen Heeresstruktur beauftragt und dabei schon Eckpunkte vorgegeben. Große Teile der von Kunaseks Vorgänger Hans Peter Doskozil (SPÖ) auf den Weg gebrachten Neuerungen könnten damit wieder ad acta gelegt werden.

Noch vor dem Sommer soll die Reform der Reform im Ministerrat besiegelt werden, wurde dem KURIER am Freitag aus dem Ministerbüro bestätigt. Die möglichen Auswirkungen aufs Burgenland – so weit sie sich aus den Vorgaben des Ministers ableiten lassen – sind personeller und infrastruktureller Natur.

Unter Doskozil war ein neues Jägerbataillon 1 mit Standorten in Eisenstadt (eine Kompanie steht hier mittlerweile)und Bruckneudorf geplant, das auch die Ausbildung aller burgenländischen Präsenzdiener im Land gewährleisten sollte. Bisher musste ein Großteil auspendeln, rund 80 Prozent der Grundwehrdiener absolvierten zuletzt in Niederösterreich den Präsenzdienst. Doskozils Doktrin, dass jedes Militärkommando über ein Jägerbataillon verfügt, soll fallen, dafür soll jeweils eine Pionierkompanie für den Katastropheneinsatz aufgestellt werden.

Dass es eine Pionierkompanie geben soll, sei „begrüßenswert“, sagt Burgenlands Militärkommandant Gernot Gasser zum KURIER. Im Burgenland wäre Bruckneudorf der geeignete Standort dafür. Was künftig mit dem Jägerbataillon 1 passiere, ist offen. Denn anders als in anderen Bundesländern kann das Bataillon nicht zu einer Brigade zurück, weil das Jägerbataillon 1 nicht von einer Brigade „geborgt“ wurde, sondern gänzlich neu aufgestellt worden ist. Das Burgenland möchte deshalb in der neuen Struktur eine Kompanie in Bruckneudorf und eine in Eisenstadt – ob die dann Jäger oder Pioniere heißen, ist eine zweitrangige Frage. Man habe diese Vorschläge auch schon ans unmittelbar vorgesetzte Landstreitkräftekommando Graz übermittelt. Wobei Gasser zu bedenken gibt, dass die schon rekrutierten Soldaten fürs Jägerbataillon für die Pioniere „teilweise umgeschult werden müssten“.

Zwei Kompanien seien jedenfalls eine „Notwendigkeit“, betont Gasser, um einerseits alle Wehrpflichtigen im Land auszubilden und andererseits den 40 bereits fürs Jägerbataillon angeworbenen Kadersoldaten „Arbeitsplätze anbieten zu können“. Apropos Arbeitsplätze: Die unter Doskozil angestrebte Steigerung des Personalstands im Burgenland um 300 Personen auf 1100 ist derzeit in der Halbzeit.

Millionen-Projekte

Jedenfalls vom Tisch ist ein anderes Vorhaben, das noch unter der alten Bundesregierung in der Pipeline war: Ein Zubau zur Martin-Kaserne in Eisenstadt ist nun nicht mehr vonnöten, er hätte sieben bis acht Millionen Euro gekostet.

Auf die Realisierung eines anderen Infrastrukturprojekts hofft man im Militärkommando Burgenland aber weiterhin. In der Benedek-Kaserne Bruckneudorf, die auch ein Standort der von der türkis-blauen Bundesregierung für den Katastrophenfall vorgesehenen „Sicherheitsinseln“ wird, läuft gerade die erste Etappe einer bis 2020 angepeilten Generalsanierung dreier Gebäude. Man hoffe, dass die Investition wie geplant umgesetzt werde, „in Umfang und zeitlicher Abwicklung“.