Große Lücken: Jeder vierte Zivildienst-Platz bleibt unbesetzt
Der Großteil der Zivildiener arbeitet im Rettungswesen.
Beim Zivildienst im Burgenland bleibt eine deutliche Lücke: Mehr als jeder vierte gemeldete Platz konnte im ersten Halbjahr 2026 nicht besetzt werden. Die Bedarfsdeckung lag bei nur 73,2 Prozent – und damit klar unter dem österreichweiten Wert von 87,4 Prozent.
Zwar verbesserte sich die Quote gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozentpunkte. Für viele Einrichtungen reicht die Zahl der verfügbaren Zivildiener dennoch nicht aus. Per 1. Juli waren im Burgenland 216 Zivildiener im Einsatz, 131 junge Männer wurden im ersten Halbjahr zugewiesen.
Schlusslicht
Im Bundesländervergleich liegt das Burgenland am unteren Ende. Insgesamt wurden österreichweit 5.244 Zivildiener im ersten Halbjahr zugewiesen. Mit 1.187 Zuweisungen entfiel der größte Anteil auf Wien, das Burgenland stellte mit 131 Zuweisungen den geringsten Anteil.
Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Bedarfsdeckung. Während Wien, NÖ und OÖ Werte von über 90 Prozent erreichen, bleiben kleinere Bundesländer deutlich darunter. Neben dem Burgenland betrifft das auch Kärnten, Salzburg und Tirol. Die meisten Zivildiener im Burgenland sind im Rettungswesen im Einsatz, 59 junge Männer wurden zugewiesen. Es folgen die Sozial- und Behindertenhilfe mit 28 sowie die Krankenanstalten mit 19 Zuweisungen. Auch die Altenbetreuung spielt mit 13 Zivildienern eine Rolle.
Bereiche, die keiner will
Auffällig ist der vergleichsweise hohe Anteil in der Katastrophenhilfe und im Zivilschutz. Neun Zivildiener sind in diesem Bereich tätig. Das entspricht 6,9 Prozent aller Zuweisungen im Burgenland und ist der höchste Anteil im Bundesländervergleich. Österreichweit liegt dieser Bereich bei 3,66 Prozent.
In anderen Einsatzfeldern bleiben die Zahlen niedrig. Zwei Zivildiener wurden der Flüchtlingsbetreuung und Integration zugewiesen, einer dem Umweltschutz. In mehreren Bereichen gab es im ersten Halbjahr keine Zuweisungen.
Gleichzeitig steigt die Zahl der Zivildiensterklärungen. Österreichweit wurden 8.918 abgegeben, ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, im Burgenland liegt der Anstieg bei acht Prozent. Für 2026 wird österreichweit eine Bedarfsdeckung von rund 89,7 Prozent erwartet, also in etwa eine auf dem Niveau des Vorjahres.
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