Norbert Pingitzer stellt sein neues Buch "Autos im Burgenland" vor.

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Buch
05/23/2016

Zeitreise mit dem Automobil

Norbert Pingitzer schreibt Geschichte(n) über den Start der Motorisierung im Burgenland.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Norbert Pingitzer ist ein umtriebiger Mensch. Angetrieben wird der früherer Unternehmer durch seine Leidenschaft – den Kraftfahrzeugen aller Art. Jahrelang ist Pingitzer, der nun in Kobersdorf lebt, landauf und landab gereist, um historische Dokumente – seien es Fotos oder Berichte – über motorisierte Zwei- und Vierräder zu sammeln. Mit seinem ersten Buch "Motorräder im Burgenland" hat er den 2. Platz beim Literaturbewerb für Sachbücher eingefahren. Jetzt geht er mit einem neuen Werk an den Start: Im Schloss Rotenturm stellte er sein neues Werk "Autos im Burgenland" vor, das im "Heimat Verlag" erschienen ist.

Auf der Reise in längst vergangene Zeiten erfährt der Leser auf 155 Seiten Wissenswertes über die Entwicklung der Autos speziell im Burgenland. "Ich war bei unzähligen Leuten zu Besuch und habe sie um Fotos gebeten." Denn die Lektüre solle nicht nur fachlich fundierte Informationen bieten, sondern mit dem einen oder anderen "Gschichterl" und vielsagenden Bildern begeistern. Dafür nahm Pingitzer so manche Mühen auf sich. "Ich musste sogar alte Fotos aus dem Müll retten, die die Besitzer weggeschmissen hatten."

Pingitzer beginnt seine Reise im Jahr 1769, als Nicholas Cugnot in Paris das erste selbstfahrende Gefährt vorstellte. Mit Zwischenstopps landet der Leser im Jahr 1885, als Carl Benz das erste mit Verbrennungsmotor betriebene dreirädrige Fahrzeug baute. "Mit einer Leistung von 0,67 PS und einer Geschwindigkeit von 16km/h war es das erste vollumfänglich praxistaugliche Automobil."

Im Burgenland, das bis 1921 noch Deutsch-Westungarn war, verlief die Motorisierung aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen etwas gemächlicher an. Zu den ersten adeligen Autobesitzern zählten auch die Grafen Erdödy auf Schloss Rotenturm. 1925 gab es 76 Automobile im Burgenland.

"Neugier und Skepsis"

"Die Reaktionen der Menschen schwankte in Anbetracht der ersten Autos zwischen Neugier, Skepsis und Angst", schildert der Autor, der die Schilderungen aus Überlieferungen der ersten Autobesitzer gesammelt hat. Zu sehen sind auch Bilder des Grafen Paul Draskovich aus Güssing, der 1914 mit seinem Auto in den ersten Weltkrieg einrückte. Abgebildet sind neben dem berühmten Wüstenforscher Graf László Almásy aus Bernstein auch "einfache" Bürger aus vielen verschiedenen burgenländischen Ortschaften. Und man erfährt auch, dass in Sieggraben eine Zonengrenze zwischen dem Rechts-und Linksverkehr eingerichtet war.

Das erste Auto im Burgenland gab es nachweislich 1901 . Wer der Besitzer war? "Das verrate ich nicht. Sonst kauft ja keiner mehr mein Buch", sagt der geschäftstüchtige Pingitzer, der bereits den nächsten Band über die ersten Lkw und Autobusse im Burgenland plant.

Das Werk ist im Buchhandel erhältlich, oder: norbipingi@a1.net

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