Chronik | Burgenland
18.12.2017

"Zahlen-Operette" um Klage von Gerald Pichowetz

ÖVP will von 800.000 Euro gehört haben, "absurd", sagen Seefestspiele

Dass Gerald Pichowetz die landeseigenen Seefestspiele Mörbisch klagt, ist bekannt. Am 29. November ist der juristische Fehdehandschuh des Kurzzeit-Intendanten im Eisenstädter Festspielbüro eingelangt. Allein: Über die Klagssumme schweigen sich die Kontrahenten beharrlich aus.

Es "gibt weder einen unterschriebenen Vorvertrag noch einen Hauptvertrag", hatte der am kommenden Donnerstag abtretende Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ) im Sommer versichert. Bloß eine "mündliche Abmachung", wonach Pichowetz für die Monate der Vorbereitung einen "monatlichen Fixbetrag" erhalte.

Am gestrigen Montag hat ÖVP-Chef Thomas Steiner diesem Schweigegelübde ein Schnippchen geschlagen. Ihm sei zugetragen worden, dass es sich um "800.000 Euro" handeln solle, die Pichowetz verlange, bezog sich der schwarze Frontmann auf Informationen aus berufenem Munde.

"Kein Kommentar", sagte Pichowetz auf KURIER-Anfrage. Er halte sich an die mit den Seefestspielen abgeschlossene Verschwiegenheitsklausel, argumentierte der 53-jährige Direktor des Wiener Gloria Theaters, der ab 1. Jänner 2018 die Operetten-Festspiele leiten sollte. Noch in der Vorbereitungszeit auf die Intendanz endete das Engagement vor dem heurigen Sommer. Unterschiedliche Vorstellungen bei der künstlerischen Neuausrichtung von Mörbisch seien Auslöser gewesen, hieß es.

Ob er nur die paar Monate seiner Arbeit für Mörbisch geltend mache oder einen Fünf-Jahres-Vertrag einklage? Vor der ersten Tagsatzung werde er nichts sagen, betont Pichowetz. Er wisse noch nicht einmal, wann die Anwälte das erste Mal aufeinandertreffen und welches Gericht überhaupt zuständig sei.

Etwas mehr weiß offenbar Mörbisch-Geschäftsführer Dietmar Posteiner: 800.000 Euro seien "Lichtjahre vom tatsächlichen Betrag entfernt". Selbst bei Auszahlung eines Fünf-Jahres-Vertrags käme man längst nicht auf diese Summe, sagt Posteiner: "Das ist absurd".