Barbara Schlögl und ihr Mann Jörg arbeiten im Betrieb.

© Verena Kogler

Chronik Burgenland
04/16/2019

Wo 20 Millionen Ostereier gefärbt werden

Jedes zweite Osterei in Österreich stammt von der Firma Schlögl aus Draßmarkt. Die Nachfrage nach Bio steigt.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Im mittelburgenländischen Draßmarkt wird dick aufgetragen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. 20 Millionen Hühnereier werden in der rund 1000-Seelen Ortschaft vor Ostern bunt gefärbt. „Etwa jedes zweite Osterei, das in Österreich produziert wird, stammt aus unserem Betrieb“, erklärt Senior-Chef Anton Schlögl.

Schon im Jänner beginnt das Färben der Hühnereier. Derzeit laufen alle fünf Färbemaschinen in Draßmarkt auf Hochtouren, erfährt der KURIER bei einem Lokalaugenschein. „Wir arbeiten hier in zwei Schichten“, sagt Schlögl. Jeder Handgriff muss passen. 10.000 vorsortierte Eier werden pro Stunde und Eierfärbemaschine gekocht und gefärbt. Rund 50 Mitarbeiter sorgen dafür, dass jeder Schritt korrekt abläuft. Vier Mal wird die Farbe auf jedes Ei aufgetragen. „Dadurch kommt nicht nur die Farbe besser zur Geltung, auch das Ei wird dadurch besser haltbar.“

Farbspektrum

Das Farbspektrum der Ostereier ist sehr breit gefächert. „Wir haben heuer 50 verschiedene Farben bzw. Farbkombinationen“, sagt Barbara Schlögl, Geschäftsführerin und Tochter des Firmengründers. Angeboten werden neben den Farbklassikern auch Pastell- und Regenbogenfarben, ebenso wie goldene oder schwarze Eier, die zum Dekorieren verwendet werden. „Und die blutroten Eier sind vor allem bei den Griechen begehrt, weil sie zu deren christlich-orthodoxen Osterbräuchen passen “, sagt Anton Schlögl. Etwa 15 Prozent der Eier werden exportiert – nach Griechenland, Rumänien, Slowenien, Ungarn und in die Slowakei.

Regionale Zulieferer

Das „Rohmaterial“ bezieht die Firma Schlögl von 80 bis 100 Landwirten aus dem Burgenland, Niederösterreich und der Oststeiermarkt. Immer stärker gefragt sind die Bio-Eier. Für das Färben dieser wurden jedenfalls mit dem Hersteller eigene Erdfarben entwickelt, für die natürliche Rohstoffe wie etwa Paprikaextrakt verwendet werden. Etwa 500.000 Stück verkauft der Betrieb pro Woche und der Bedarf wäre aus seiner Sicht noch größer, sagt Anton Schlögl. Deshalb werden weitere Landwirte gesucht, die nach Bio-Kriterien produzieren. Immer wieder würde auch wegen Anrainerprotesten die Gründung solcher Bio-Eierproduktionsstätten scheitern. Um die Nachfrage dennoch erfüllen zu können, hat die Firma Schlögl u. a. Abnehmverträge mit Bauern aus dem Waldviertel geschlossen.

Auch das Land hat eine Bio-Offensive gestartet. „In den landeseigenen Küchen werden in Zukunft auch Bio-Eier verwendet“, erklärt Agrarlandesrat Astrid Eisenkopf (SPÖ) bei einem Besuch bei der Firma Schlögl.

Große Pläne gibt es auch bei der Firma Schlögl. Am Standort in Stoob-Süd, wo pro Stunde bis zu 200.000 Eier mittels fortschrittlicher Technologie genau kontrolliert werden, wird weiter ausgebaut: Nicht nur der Standort soll erweitert werden. Geplant ist auch eine Investition in Millionenhöhe für den Ankauf neuer Maschinen.