© APA/dpa/Fredrik von Erichsen

Chronik Burgenland
08/23/2021

Wildschäden: Das Schmatzen im Maisfeld

Hoher Wildschweinbesatz bereitet den Jägern und Landwirten schlaflose Nächte im Land.

von Roland Pittner

Ein Rauschen im Maisacker, knickende Pflanzen und lautes Schmatzen. Die Geräuschkulisse ist immer gleich, wenn das Schwarzwild zur Ausspeisung in die Maisfelder einfällt. Bei Jägern und Landwirten sorgen die nächtlichen Ausflüge der Borstentiere allerdings für schlaflose Nächte.

Wie hoch die Schäden im heurigen Jahr bisher sind, steht noch nicht fest. „Die genauen Meldungen über aktuelle Schäden bekommen wir erst am Jahresende“, sagt Landesjägermeister Roman Leitner. Während im Frühjahr bei der Aussaat kaum Schäden gemeldete wurden, seien nun die Wildschweine vor allem im Mais unterwegs. Groß seien die Probleme heuer vor allem im Bezirk Jennersdorf.

„Wir haben heuer sehr viel Schwarzwild in den Revieren und dementsprechend steigen auch die Schäden“, sagt Jennersdorfs Bezirksjägermeister Reinhard Knaus.

8.792Wildschweine
wurden im Jahr 2020 im Burgenland erlegt, im Jahr davor waren es 11.170 Tiere. Für heuer gibt es noch keine offiziellen Zahlen, aber die Wilddichte sei hoch

426.823 Euro
haben die Jäger an die Landwirte im Jahr 2020 an Wildschäden bezahlt, es gab 389 Eingaben von Revieren

Elektrozäune

Die Bauern helfen sich mit Elektrozäunen, um die Wildschweine von den Feldern fernzuhalten. „Das funktioniert ganz gut, auch unsere Jäger sind sehr fleißig“, betont Landwirt Roland Trummer aus Neumarkt an der Raab. Er glaubt, dass die Wildschweinpopulation stark angestiegen ist, „aber auch Rotwild macht große Schäden im Mais“, so der Landwirt.

Die Zäune sind teuer und arbeitsintensiv, das Gras muss immer gemäht werden, sonst leitet der Zaun keinen Strom. Auch die Batterien müssen getauscht werden. Deshalb sind immer noch vorwiegend die Jäger gefragt, um mit der Büchse die Maisfelder zu bewachen. „Wir können aber nur bei Mondlicht sitzen, da bei uns keine Nachtsichttechnik erlaubt ist“, berichtet Knaus.

In Niederösterreich, Oberösterreich und Wien wurden die Nachtsichtgeräte für die Schwarzwildjagd bereits freigegeben. Nichtsdestotrotz, wurden auch ohne Hightech-Hilfen im Burgenland im Vorjahr 8.792 Wildschweine zur Strecke gebracht. 2012 war ein Rekordjahr beim Schwarzwildabschuss mit 12.842 erlegten Tieren.

Im Vorjahr wurden 426.823 Euro an Landwirte bezahlt, die Wildschäden gemeldet hatten. Dazu kommen noch zahlreiche Fälle, die zwischen Bauern und Jägern geregelt werden.Bis zur Ernte müssen die Jäger noch achtsam sein, um die Schäden heuer in Grenzen zu halten.

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