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Chronik Burgenland
08/19/2021

Wiege der Commerzialbank drohte Ladenhüter zu werden

Die letzte Filiale in Schattendorf wurde um 175.000 Euro versteigert, zwei Wochen lang kann aber noch nachgebessert werden

von Thomas Orovits

Als Martin Pucher die Commerzialbank Mitte der 1990er Jahre von der Raiffeisenbank losgelöst hat, befand sich die Zentrale in Schattendorf, erst später wurde sie nach Mattersburg verlegt. Bei der Versilberung des Filialnetzes der insolventen Bank durch die Masseverwalter Gerwald Holper und Michael Lentsch von Kosch & Partner stand die Schattendorfer Filiale aber ganz am Ende der Verwertungskette.

Am Bezirksgericht Mattersburg wurde das Filialgebäude am Dienstag zwangsversteigert, nachdem das dreigeschoßige Haus an der Hauptstraße aus dem Jahr 1967 für den Schätzwert von 266.000 Euro keine Interessenten gefunden hatte. Beim halben Schätzwert von 133.000 Euro gab es am Dienstag drei Gebote, das höchste lag bei rund 175.000 Euro. Weil damit aber noch keine zwei Drittel des Schätzwerts erreicht wurden, können noch 14 Tage lang höhere Gebote gelegt werden, wurde dem KURIER am Mittwoch vom Bezirksgericht beschieden. Dass noch jemand nachbessert, dürfte aber ein frommer Wunsch bleiben. Dem Vernehmen nach kommt der bisherige Bestbieter weder aus Schattendorf noch aus dem Bezirk Mattersburg. Nachbar des künftigen Eigentümers ist übrigens ein früherer Aufsichtsrat der Commerzialbank.

Rund 400 Gläubiger haben Forderungen von 820 Millionen Euro angemeldet. Die Überschuldung der Bank beträgt nach Bereinigung um Malversationen rund 700 Millionen Euro. Im Insolvenzverfahren der Commerzialbank haben die Masseverwalter die Pflicht, alles zu verwerten, um den Schaden zu begrenzen. Ein Teil betrifft die Liegenschaften.

Inklusive der rechtlich noch nicht abgeschlossenen Versteigerung der Schattendorfer Filiale haben die Immobilienverkäufe rund 4,35 Millionen Euro eingebracht. Am lukrativsten war übrigens eine Liegenschaft in Wien-Favoriten. Wie die Bank zu dem Geschäftslokal gekommen ist, liegt im Dunklen.

Bei manchen Standorten, etwa Zemendorf (680.000 Euro) und Draßburg (150.000 Euro), haben die Gemeinden zugeschlagen, bei anderen wie Baumgarten oder Krensdorf, Private oder Freiberufler. In zwei der neun früheren Filialen war die Bank nur Mieter, in Forchtenstein und Mattersburg.

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