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Chronik Burgenland
08/27/2019

Wie der Storchenverein Rust die Störche über den Winter bringt

42 junge Störche schlüpften heuer in der Stadt Rust. Die meisten Zugvögel sind bereits in Richtung Süden abgezogen.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Der Herbst naht – das ist auch am Abflug der berühmten „Sommergäste“ aus Rust zu bemerken. Der Großteil der Störche, die während des Sommers ihre Nester über den Dächern der kleinesten Statutarstadt Österreichs bezogen hatten, sind bereits Richtung Süden abgeflogen. Der Obmann des Storchenvereins, Josef Karassowitsch, zieht zufrieden Bilanz.

„Wir hatten heuer 16 Storchenpaare in Rust, davon 14 Brutpaare“, sagt Karassowitsch. Während der Bruterfolg laut der Organisation Birdlife bei durchschnittlich 1,8 ausgeflogenen Jungvögeln liegt, sei die Zahl in Rust etwas höher, erklärt der Obmann. 42 Jungvögel seien heuer geschlüpft, sieben Jungstörche haben das Schlechtwetter im Mai nicht überlebt.

Storchenverein stellt sich auf drei Wintergäste ein

Fast alle der 35 Jungtiere seien bereits in wärmere Gefilde aufgebrochen. „Nur ein Paar mit ihren drei Jungen, die später geschlüpft sind, sind noch bei uns.“ Seiner Erfahrung nach sei es eben unterschiedlich, wann sich die Tiere auf den Weg machen. „Solange es aber keine Schneedecke gibt, finden die Tiere Futter.“

Karassowitsch rechne damit, dass von den derzeit noch verbliebenen acht Tieren dennoch drei den Winter in Pannonien verbringen werden. „Wir hatten auch in den Vorjahren drei Wintergäste.“ Damit die gefiederten „Wappentiere“ in der kalten Jahreszeit über die Runden kommen, werden sie mit Fischen gefüttert.

Pflegestation mit fünf Patienten

Auch in der Storchen-Pflegestation habe es für die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder heuer genug zu tun gegeben. Fünf Störche werden dort dauerhaft versorgt, vier weitere Vögel mussten zudem – unter anderem nach Verletzungen – kurzfristig auf der Station betreut werden.

Zudem bekomme er immer mehr telefonische Anfragen, „mittlerweile aus ganz Österreich“. „Viele machen sich Sorgen, ob die Störche nicht erfrieren, wenn es kalt wird.“ Andere wollen wissen, wie sie den Tieren auch ein geeignetes Quartier bieten können. Dass das Land nun bis zu 1.500 Euro an Förderungen für neue Storchennester bzw. deren Sanierung vergibt, findet Karassowitsch „eine gute Idee“.

Nach einer kurzen Pause geht es für den Obmann und sein Team im Jänner weiter: Da werden Reben für neue Nester geschnitten. Bestellungen aus anderen Gemeinden liegen schon vor. C. Koglbauer