Chronik | Burgenland
13.11.2018

Wenn’s um Minuten geht: 2500 Mal im Jahr ganz schnelle Erste Hilfe

First Responder sind oft die ersten am Unfallort. Rund 2500 Einsätze gibt es pro Jahr.

Ersthelfer.

Die First Responder sind meist als erste bei Notfällen zur Stelle und können Leben retten. Montagfrüh läutet das Handy von Andreas Gruber. Zwischen Güttenbach und Punitz krachte eine Pkw-Lenkerin frontal gegen einen Lkw. „Ich war der erste an der Unfallstelle. Leider Gottes konnten wir für die Fahrerin nichts mehr tun“, sagt Gruber. Die Feuerwehr musste die eingeklemmte Frau aus dem Auto bergen; für sie kam jede Hilfe zu spät, obwohl Gruber nur wenige Minuten nach der Alarmierung zur Stelle war. „Auch der Gemeindearzt war kurz nach mir da“, sagt der First Responder des Roten Kreuzes.

Ehrenamt

Er ist seit 2004 Mitarbeiter beim Roten Kreuz Güssing. Seit 2011 ist Gruber als First Responder in der Umgebung von Güttenbach aktiv. „Wenn ich zu Hause bin, an Wochenenden, in der Früh oder am Abend, ist es für mich keine Frage: Wenn Mitbürger in Not sind, lasse ich alles liegen und stehen und fahre los“, sagt Gruber, der ehrenamtlich im Einsatz ist.

Rund 2500 Mal im Jahr rücken die Ersthelfer aus, um bei Notfällen rasch vor Ort zu sein. 250 Freiwillige sind ausgebildet, um schnell Erste Hilfe zu leisten. Sie müssen mindestens die Rettungssanitäter-Ausbildung haben und haben eine spezielle Ausrüstung immer bei sich. „Unser Ziel wäre es, alle First Responder im Burgenland mit Defibrillatoren ausrüsten zu können. Das ist bis jetzt finanziell einfach nicht möglich“, sagt Hans-Peter Polzer, Leiter des Rettungsdienstes beim Roten Kreuz Burgenland, der von Anfang an in die Entwicklung dieses Systems involviert war.

Am Freitag fand für die First Responder ein Festakt im Liszt-Zentrum Raiding statt. Rotkreuz-Vizepräsident Leo Radakovits lobte die Verdienste und dankte den Freiwilligen für ihren Einsatz. Auch Gruber wurde ausgezeichnet, er hat heuer bereits 20 Einsätze absolviert. „Leben zu retten steht nicht an der Tagesordnung, aber es kommt schon vor“, sagt Gruber. Erst im Oktober habe er gemeinsam mit der Crew des Rettungshubschraubers einen Patienten reanimiert.