© Birgit Machtinger/Naturfreunde Österreich

Chronik Burgenland
06/16/2019

Wenn Flachländer die Wände hochgehen

Das Angebot der Naturfreunde Burgenland ist 70 Jahre nach deren Gründung gefragter denn je.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Kann ein Verein 70 Jahre nach dessen Gründung noch gefragt sein? Er kann. Die Naturfreunde Burgenland, die heuer ihr 70-jähriges Jubiläum begehen, sind mittlerweile die größte Natur- und Freizeitorganisation des Burgenlandes. Auch wenn sich Voraussetzungen und Lebensstil in den vergangenen Jahrzehnten geändert haben: Die Zahl der Mitglieder in den 31 Ortsgruppen liegt bei 3.800, „die Tendenz ist steigend“, sagt Landesgeschäftsführer Richard Gartner.

Eigentlich habe die Geburtsstunde für die Naturfreunde in Pannonien schon 1930 geschlagen: Damals wurde die erste Ortsgruppe in Pöttsching (Bezirk Mattersburg) gegründet. Wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, am 3. Juli 1949, wurde der Touristenverein „Die Naturfreunde, Landesgruppe Burgenland“ offiziell ins Leben gerufen. „Damals war es das Ziel, den Arbeitern in der Natur einen Ausgleich zu den Mühen des Alltags zu bieten“, sagt Gartner. Leistbare Angebote für jedermann sollten geschaffen werden. Gemeinsame Wanderungen und Ausflugsfahrten wurden zu Beginn unternommen. „Vom reinen Arbeiterverein sind wir aber schon lange weg.“

„Pionierarbeit“

Geändert habe sich im Laufe der Jahrzehnte auch das Angebot. 1961 wurden die ersten Skikurse initiiert. „Damit wurde im Burgenland echte Pionierarbeit im Wintersport geleistet.“ Die Erfolg gab den Naturfreunden recht: Gab es 1962 noch 600 Mitgliedern waren es 1967 bereits doppelt so viel.

Nach einer kurzfristigen Stagnation in den 1990er-Jahren gehe es jetzt wieder bergauf, so Gartner. „So wie zu Anfangszeiten sehnen sich die Menschen auch heute wieder aufgrund des Drucks in der Arbeitswelt und dem Stress nach einem Ausgleich in der Natur und beim Sport.“ Und dabei könnten die Naturfreunde mit einem breiten Angebot aufwarten, sagt Gartner. Dieses decke heute die vielfältigen Interessen – wie Skifahren, Wandern, Radfahren und Fotografieren in der Natur – ab.

Seit Kurzem habe sich das Mountainbiken und das Klettern vom Rand- zum Trendsport entwickelt. In den Kletterhallen in Neutal und Steinbrunn trainieren Jung und Alt. Zum Outdoor-Klettern reisen die Flachländer dann etwa in die Hohe Wand.

Seit Jahren fordern die Naturfreunde eine Freigabe der Forststraßen für Mountainbiker. Da ist der Erfolg allerdings überschaubar. „Es gibt aber im Vergleich zu anderen Bundesländern kaum Konflikte zwischen Radfahrern, Wanderern, Besitzern und Jägern“, sagt Gartner.

Jubiläums-Veranstaltungen

Das heurige Jubiläum werde jedenfalls mit Veranstaltungen zu den Themen Natur, Klettern, Wandern und Schneesport zelebriert, so Landesvorsitzender Thomas Lehner. Nach dem Auftakt am Samstag im Nationalpark Neusiedler See- Seewinkel stehen am 7. September die Kletterhallen offen. Am 26. Oktober wird gewandert und zu guter Letzt gehts hoch hinaus: In den Bergen von Obertauern ist ein Jubliäumswinteropening geplant.

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