Chronik | Burgenland
21.11.2018

Weihnachtshaus 2018: Ein „Hans Peter“ für den „Dosko“

Weihnachtsschmuck.Familie zahlt im Advent 2000 Euro Stromrechnung. Landesrat Doskozil tauft heuer zweite Figur von sich

„Grinch-Mas“ – unter diesem Motto steht heuer das Weihnachtshaus der Familie Gollnhuber in Sulzriegel, einem Ortsteil von Bad Tatzmannsdorf im Bezirk Oberwart. Während die meisten Menschen noch gar nicht daran gedacht haben, ihre Lichterketten zu entwirren, ist Sabine Gollnhuber schon seit August dabei, die diesjährige stillste Zeit des Jahres zu planen.

Heuer werden mehr als 100 aufblasbare Weihnachtsfiguren bis zu einer Größe von neun Metern den Garten der Familie zieren. Mit von der Partie ist natürlich auch wieder der Weihnachtsmann im Bundesheer-Outfit mit dem Namen „Dosko“. Dieser wurde vom damaligen Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil getauft. „Heuer kommt er als angehender Landeshauptmann, also habe ich wieder einen Schneemann mit Bundesheer-Jacke besorgt – quasi der Beschützer des Weihnachtshauses, für mehr Sicherheit im Burgenland“, sagt Gollnhuber. Als Name, wie könnte es auch anders sein, wurde für diese Figur „Hans Peter“ gewählt.

Letzte Vorbereitungen

Der Wintereinbruch dieser Woche macht die Aufbauarbeiten für Gollnhuber und ihre Helfer nicht unbedingt einfacher. „Einige Figuren haben hinten einen Motor. Mit dem Schneefall ist das ein bisschen Harakiri“, sagt der Weihnachtsfan.

Der Zauber von Weihnachten ist für Sabine Gollnhuber schon seit der Kindheit etwas ganz besonderes. Dass sie die Tore zu ihrem stets gut beleuchteten Haus einmal öffnet und an starken Tagen hunderte Besucher auch aus dem Ausland begrüßen wird, hätte sie sich nie gedacht. Denn das Weihnachtshaus habe eigentlich einen traurigen Hintergrund: „2010 ist eine Freundin und Mutter von vier kleinen Kindern an Leukämie gestorben. Da habe ich gesagt: Heuer leuchten die Lamperl für die Mama im Himmel. Dann kam eine Welle der Hilfsbereitschaft und alles hat seinen Lauf genommen. Jedes Jahr wurde es mehr und mehr und seit gut fünf Jahren ist es wirklich eine große Sache.“

Zahlen muss man für den Besuch im Weihnachtshaus nicht. „Wir verkaufen aber zum Beispiel an einem Glühweinstand und es gibt freie Spenden. Der Reinerlös geht an wohltätige Institutionen wie das Rote Kreuz, die Österreich-Tafel, den Sterntalerhof und Licht ins Dunkel oder an Menschen, die in der Adventzeit einen Schicksalsschlag erleiden“, sagt Gollnhuber.

Möglich sei das alles nur dank der Unterstützung von Sponsoren und freiwilligen Helfern. „Wir bekommen zum Beispiel Süßigkeiten gespendet, die der Nikolaus verschenkt. Und auch unser Stromanbieter unterstützt uns. Denn in der Adventzeit beträgt unsere Stromrechnung rund 2000 Euro.“

Die Pforten des Weihnachtshauses sind von 1. Dezember bis 6. Jänner geöffnet, außer am Heiligen Abend. Die Beleuchtung ist jeden Tag von 16.30 bis 22 Uhr eingeschaltet.

Nicht weit vom Weihnachtshaus entfernt gibt es einen weiteren weihnachtlichen Hotspot – den Lichterglanz in Spitzzicken, einem Ortsteil der Gemeinde Rotenturm, ebenfalls im Bezirk Oberwart.

Es gibt in der Gemeinde kaum ein Haus, das im Dezember nicht beleuchtet ist; Zwang zum Mitmachen besteht aber keiner. „Heuer findet der Lichterglanz bereits zum 21. Mal statt“, erzählt Ortsvorsteher Reinhard Kuktits. Der Startschuss fällt traditionell am 1. Dezember mit der Entzündung, ab 18 Uhr werden die Häuser in Spitzzicken täglich in vorweihnachtlichem Glanz erstrahlen.

Das zieht natürlich Besucher aus nah und fern an, die Besucher kommen sogar mit Autobussen angereist „Heuer gab es wieder einige Anfragen auf der Gemeinde“, sagt Kuktits.  Die Einnahmen des Spitzzickener Lichterglanz kommen immer einem karitativen Zweck in der Region zugute. Betreut wird das Event im Advent vom Lichterglanz-Komitee.