Was macht ein Prince im Burgenland?

REUTERSBlackwater USA Chief Executive Erik Prince testifies before the House Oversight and Government Reform Committee on security contracting in Iraq and Afghanistan on Capitol Hill in Washington in this October 2, 2007 file photo. The crown prince of Ab
Foto: REUTERS Erik Prince hat seit Kurzem einen Wohnsitz in Eisenstadt.

Dass sich Erik Prince, Gründer der umstrittenen US-Söldner­firma Blackwater, in Eisenstadt ansiedelt, sorgt für Aufregung.

Ein Prince kommt nach Eisenstadt – aber niemand rollt ihm den roten Teppich aus: Wenn sich ein steinreicher US-Amerikaner im Burgenland ansiedelt, würde man sich mehr Be­geisterung erwarten – aber Erik Prince ist nicht every­body’s darling.

Der 43-jährige Spross einer Industriellenfamilie aus dem US-Bundesstaat Michigan gründete 1997 den Militärdienstleister Blackwater, der auf Grundlage von Verträgen mit der US-Regierung und der CIA zahlreiche Ein­sätze im Irak oder in Afghanistan durchgeführt hat. Medienberichten zufolge sollen die Blackwater-Söldner in den Krisengebieten Geldtransporter bewacht oder Diplomaten eskortiert haben. 2010 hat Prince seine Firmen­anteile verkauft. Politisch soll Prince in den USA stramm auf Seiten der Republikaner stehen und Unterstützer der christlichen Rechten sein.

Wie News nun berichtet, verfügt der US-Staatsbürger seit rund zwei Monaten über einen Aufenthalts­titel und einen Wohnsitz in Eisenstadt. Dem Vernehmen nach soll es sich um eine Wohnung in der Fußgängerzone handeln. Prince hatte einen ent­sprechenden Antrag auf Aufenthalt am 11. Jänner beim Magistrat der Freistadt Eisenstadt gestellt, der Titel wurde noch im selben Monat erteilt.

Prüfung

Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) will zu der Causa aus Datenschutzgründen nichts sagen. Er kenne den Fall auch gar nicht, werde aber mit den zuständigen Beamten Rücksprache halten. Wenn alles ordnungsgemäß abgelaufen sei, sehe er keinen weiteren Handlungsbedarf.

Offenbar hat der Antragsteller – ob es sich um Prince oder einen Rechtsvertreter handelte, will Magistrats-Sprecher Sebastian Handler nicht kommentieren – bei der Anmeldung alle erforder­lichen Dokumente und Nachweise, wie Reisepass, Geburtsurkunde und Wohnsitz, beigebracht. Auf­enthaltstitel würden zunächst meist befristet für ein Jahr vergeben, heißt es aus der BH Eisenstadt-Um­gebung, entscheidend sei der Aufenthaltszweck.

Gemutmaßt wird, Prince könnte Österreich aus steuerlichen Gründen auserkoren und Interesse am Flugzeughersteller Diamond Aircraft Industries GmbH und einer Kooperation mit der Flugtechnik-Abteilung der HTL-Eisenstadt haben. Bei Diamond in Wiener Neustadt zeigt man sich ebenso überrascht wie in der Schule.

Würde man ein Angebot von Prince annehmen? HTL-Direktor Stefan Wagner ist entrüstet: „Mit Sicherheit nicht.“

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(kurier) Erstellt am
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