Waldverband: Gemeinsam schlagkräftiger

Holz gibt es im Land genug, Kleinbesitz macht die Nutzung oft schwierig. Hier springt der Waldverband als Partner ein.

Biomasse wäre in den Wäldern noch genug vorhanden, es ist nur schwierig sie auch zu ernten." Das sagt Klaus Friedl, Geschäftsführer des Burgenländischen Waldverbandes (BWV) mit Sitz in Oberschützen. Und er spielt auf die kleinstrukturierten Besitzverhältnisse beim Waldbesitz im Burgenland an.

Denn neben einigen Großgrundbesitzern befindet sich ein beträchtlicher Teil des Waldes im Besitz vieler kleiner Eigentümer. Oft sind die Grundstücke nur 100 Meter lang und ein paar Meter breit. Diese Kleinstgrundstücke lassen sich kaum wirtschaftlich bearbeiten.

Angebot

Hier springt der Waldverband ein. "Wir bieten den Eigentümern von der Beratung bei der Auspflanzung über die Durchforstung bis zur Ernte und dem Verkauf die ganze Palette an", erläutert Friedl. So versucht man seitens des BWV nach Möglichkeit mehrere Kleinstwaldbesitzer unter einen Hut zu bringen und die Flächen gemeinsam zu bearbeiten. Was aber letztlich die Eigentümer selbst entscheiden.

Der Verein Waldverband ging aus der Landwirtschaftskammer hervor, den operativen Teil der Tätigkeiten bestreitet eine eigene Gesellschaft, die zu 100 Prozent im Eigentum des Vereines steht. "Wir müssen uns zwar selbst erhalten, sind aber nicht auf Gewinnmaximierung angewiesen und verstehen uns als Partner der Waldbesitzer. 5500 von ihnen sind Mitglieder beim Waldverband.

"Uns ist es wichtig, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Und das sind derzeit an die vier Millionen Euro, die wir erwirtschaften", führt der Geschäftsführer aus.

In den letzten Jahren wurde versucht den Wald auch umzubauen. Weg von den Fichten-Monokulturen, hin zu Laub- und Mischwäldern. Sorgen macht man sich beim Waldverband über die derzeit herrschende Witterung. Wenn es weiter so warm und trocken bleibt, dann könnte 2012 der Borkenkäfer wieder zu einem Problem werden.
Zu einem wichtigen Standbein für den Waldverband und die Waldbesitzer ist in den letzten Jahren das Energieholz geworden: "Das ist qualitativ schlechtes Holz, aber hervorragend für die Energieerzeugung in Biomasseanlagen geeignet", erklärt Klaus Friedl.

( Kurier ) Erstellt am 25.01.2012