Waldbrand-Übung an der Grenze: 110 Feuerwehrleute im Einsatz

Mit grenzüberschreitenden Übungen der Einsatzkräfte und Einzelmaßnahmen wie dem Drohnenprojekt „PyroScout“ wird auf die steigende Brandgefahr reagiert.
Großes Feld steht in Flammen, dichter Rauch steigt auf, Feuerwehrleute und ein Löschfahrzeug bekämpfen den Brand.

Angesichts der österreichweit erhöhten Waldbrandgefahr (siehe rechts) wird die internationale Zusammenarbeit immer wichtiger. Im Ödenburger Gebirge nahe Neckenmarkt haben Feuerwehren aus Österreich und Ungarn unlängst eine Übung zur Bekämpfung von Vegetationsbränden durchgeführt.

Beteiligt waren Einsatzkräfte aus Neckenmarkt, Ritzing, Harka und weiteren ungarischen Gemeinden. Insgesamt nahmen rund 50 Feuerwehrmitglieder aus dem Bezirk Oberpullendorf und mehr als 60 aus Ungarn teil.

Die Übung fand an der Staatsgrenze beim „Kalten Bründl“ statt. Ziel war es, ein abgestimmtes Vorgehen bei grenzüberschreitenden Bränden zu trainieren. „Waldbrände kennen keine Grenzen“, erklärte Landesrat und Landesfeuerwehrreferent Heinrich Dorner vor Ort. Eine enge Zusammenarbeit sei notwendig, um im Ernstfall rasch reagieren und eine Ausbreitung eindämmen zu können.

Projekt zur Kooperation

Hintergrund der Übung ist die Gefahr, dass sich Brände in zusammenhängenden Waldgebieten über Landesgrenzen hinweg ausbreiten. Auf Basis eines Aktionsplans wurden während der Geländeübung Einsatzaufgaben koordiniert. Die Ergebnisse sollen die Zusammenarbeit im Grenzgebiet verbessern.

Mehrere Feuerwehrleute und weitere Personen stehen im Wald neben Ausrüstung und einem roten Gerät.

Waldbrandgefahr in Österreich steigt: Übung an Grenze, KFV warnt vor trockenen Wäldern.

Die Übung ist Teil des Interreg-Projekts „Grenzüberschreitender Brandschutz im Ödenburger Gebirge – ForestFire“. Ziel ist die Optimierung der Kooperation, unter anderem durch gemeinsame Schulungen, Risikoanalysen und den Aufbau von Kommunikationsstrukturen. Das Projekt läuft noch bis März 2027.

Weiter erhöhte Waldbrandgefahr

Parallel dazu wurde im Burgenland in den vergangenen Jahren die Ausstattung zur Bekämpfung von Vegetationsbränden ausgebaut. Rund 60 Feuerwehren wurden zu Stützpunkten entwickelt, unterstützt durch Investitionen von 425.000 Euro in spezielle Ausrüstung.

Unterdessen warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) vor erhöhter Waldbrandgefahr. Nach einem niederschlagsarmen Frühling seien die Wälder vielerorts zu trocken. Laut Daten kam es heuer bereits zu mindestens 57 Waldbränden, die meisten davon im März. Alle wurden durch Menschen ausgelöst. Das KFV testet derzeit ein neues Drohnensystem zur Früherkennung von Bränden. Mit der Software „PyroScout“ sollen Hitzequellen in Echtzeit lokalisiert werden. Gemeinden und Feuerwehren werden aufgerufen, sich an einem Pilotversuch zu beteiligen.

Feuerwehren: Ausbildung im Fokus

Die steigende Waldbrandgefahr macht deutlich, wie wichtig eine fundierte Ausbildung ist. Wie diese konkret aussieht, zeigte sich unlängst in Bernstein (Bezirk Oberwart), wo sich neun Trupps mit 36 Mitgliedern dem Atemschutz-Leistungsabzeichen in den Abschnitten III und IV stellten. 25 Abzeichen wurden verteilt – 15 in Bronze und zehn in Silber.

Drei Feuerwehrleute in Schutzkleidung und mit Atemgeräten löschen bei Sonnenschein einen Brand auf einer Straße.

Voller Einsatz beim Leistungsabzeichen in Bernstein.

Atemschutzträger nehmen im Feuerwehrdienst eine zentrale Rolle ein. Sie ermöglichen Einsätze unter extremen Bedingungen, etwa bei Bränden, in verrauchten Gebäuden oder bei Schadstoffeinsätzen, und tragen wesentlich zum Erfolg bei der Brandbekämpfung und Menschenrettung im Einsatz bei. Bei Notfällen kommen meist mehrere Trupps zum Einsatz. Eine fundierte Ausbildung und regelmäßige Leistungsüberprüfungen, wie sie bei diesem Bewerb stattfinden, sind unverzichtbar.

Zufriedene „Aufsicht“

Die Leistungen der Teilnehmer wurden auch von den anwesenden Funktionären begutachtet. Bezirksfeuerwehrkommandant Wolfgang Kinelly sowie Abschnittsfeuerwehrkommandant Peter Putz machten sich persönlich ein Bild, Bezirksreferent für Atem- und Körperschutz Rainer Muhr war mit dem Ausbildungsstand und dem Engagement der Feuerwehrmitglieder zufrieden.Peko

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