© Tourismusverband Stegersbach

Chronik Burgenland
04/17/2020

"Vollbremsung" im burgenländischen Tourismus

Keine Gäste: Die Corona-Krise trifft Betriebe im Burgenland hart – die hoffen nun auf die Sommersaison.

von Stefan Jedlicka

Für eine Achterbahnfahrt der Gefühle sorgt das Coronavirus bei den Tourismus-Verantwortlichen und den Nächtigungsbetrieben im Burgenland. Nach einem erfreulichen Plus im Februar von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hatte die Corona-Krise natürlich dramatische Auswirkungen auf die Nächtigungen im März.

So verzeichneten beispielsweise die 30 Tourismusbetriebe in Stegersbach zusammen insgesamt drei Gäste, wie Tourismus-Obmann Richard Senninger berichtet. „Und das waren Arbeiter, die nicht nach Hause reisen konnten“, sagt er. „Aufgrund der Bautätigkeiten rund um die S7 und andere Baustellen könnte es jetzt wieder zu Arbeiter-Nächtigungen kommen. Die vier großen Wellnesshotels der Region als Hauptarbeitgeber müssen aber erst entscheiden, ob eine Öffnung derzeit überhaupt schon Sinn macht.“ Dort mussten Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt oder gar gekündigt werden.

„Weite der Landschaft“

Stefan Schindler, Geschäftsführer des Neusiedler See Tourismus, bemüht sich dennoch um Optimismus. „Ich denke, dass der Neusiedler See ganz besonders punkten kann, wenn schrittweise wieder geöffnet wird“, meint er. „Die Weite der Landschaft ermöglicht es, dass Gäste in kleinen Gruppen keine Ansteckungsgefahr fürchten müssen. Wir haben im Naturpark und im Nationalpark viel Platz für Wanderer oder Nordic Walker. Auch auf über 1.000 Kilometern Radwegen. Außerdem hat die regionale Kulinarik derzeit einen hohen Stellenwert und wird ein Argument sein, zu uns zu kommen.“

Und Schindler betont: „Anders als in Westösterreich war bei uns immer der österreichische Gast im Mittelpunkt, nicht der aus dem Ausland. Das kommt uns jetzt entgegen, weil die Österreicher weiter auf den Neusiedler See setzen werden.“ Trotz Krise wolle man übrigens nicht „auf Billigpreise und Dumping-Angebote setzen“, sagt er: „Denn sonst sind wir auf Jahrzehnte in einer Preisspirale, die uns Probleme bereiten wird.“

Hannes Anton, Geschäftsführer des Burgenland Tourismus, spricht von einer „Vollbremsung“ und berichtet: „Fast von einem Tag zum anderen mussten die Betriebe im Burgenland ihre 23.000 Gästebetten vom Markt nehmen. Der Wellness- und Gesundheitsbereich war eigentlich für März sehr gut gebucht. Jetzt auch noch das schöne Wetter in der Karwoche, all diese Dinge schmerzen sehr.“

Derzeit sei „nur die Vorsaison betroffen“, auch wenn im April und Mai schon die ersten größeren Veranstaltungen stattgefunden hätten. Der Hauptumsatz werde aber im Juli und August gemacht, weiß Anton. „Unsere Hausaufgaben haben wir gemacht, sind bereit.“ Man lege die Hoffnung auch auf den hohen Stammgästeanteil. In einer großen Sommerkampagne gemeinsam mit der Österreich Werbung wolle man Mittel bündeln.

„Schwieriger Weg“

Doch Anton weiß: „Die Schwierigkeit für uns: Das Burgenland bekommt heuer viele Mitbewerber, alle Bundesländer werden um den Inlandsgast kämpfen, denn einen Gast aus dem Ausland wird es in der ersten Phase quasi nicht geben. Nach der Vollbremsung wird sicher kein Start von null auf 100 in wenigen Tagen und Wochen möglich sein. Der Weg zurück in die Normalität wird ein schwieriger.“

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