Verkehrsbilanz: Mehr Tote auf Burgenlands Straßen

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2025 starben 19 Personen, vier mehr als im Jahr davor. Unachtsamkeit und Ablenkung sind die häufigsten Unfallursachen. Positiv: kein tödlicher Motorradunfall.

2025 war fast schon vorbei, als Mitte Dezember innerhalb weniger Tage auf der B16 zwischen Wulkaprodersdorf und Großhöflein bei Verkehrsunfällen zwei Menschen starben. Zuerst ein 81-Jähriger, der am späten Abend von der Straße abgekommen war, vier Tage später ein 18-Jähriger, der am Nachmittag einem Wildtier ausgewichen und gegen ein entgegenkommendes Auto geprallt war.

Insgesamt starben im Vorjahr 19 Personen auf den burgenländischen Straßen, 2024 waren es 15. Die meisten davon waren Pkw-Insassen, ums Leben kamen auch zwei Radfahrer und drei Fußgänger, erläuterte Andreas Stipsits, Leiter der Verkehrsabteilung, am Mittwoch in der Landespolizeidirektion in Eisenstadt. 

Insgesamt endeten im abgelaufenen Jahr 930 Unfälle mit Personenschaden, rund zehn Prozent mehr als im Jahr davor.

Die gute Nachricht: Anders als 2024, als auch vier Motorradlenker unter den Toten waren, endete das vergangene Jahr ohne tödlichen Bikerunfall. Das Burgenland sei damit, so Stipsits nach einem Rundruf bei seinen Kollegen, das einzige Bundesland mit einer „weißen Zweiradweste“.

Schau mir in die Augen

Das kommt nicht von ungefähr. Seit Jahren fährt Oberst Stipsits eine ausgetüftelte Überwachungsstrategie auf typischen Bikerstrecken wie dem Stotzinger Berg bei Eisenstadt oder der Strecke über den Geschriebenstein zwischen Lockenhaus und Rechnitz. Flankiert werden die Kontrollen durch diverse Präventionsmaßnahmen.

Mit 411 Fällen waren Unachtsamkeit und Ablenkung klar die häufigsten Unfallursachen, gefolgt von Vorrangverletzungen (123), Geschwindigkeitsüberschreitungen (118) und zu wenig Abstand (84). 73 Verkehrsunfälle waren auf Alkohol, Drogen oder Medikamente zurückzuführen. 1.452 Führerscheine und Mopedausweise wurden abgenommen (2024: 988), 13 Fahrzeuge von Rasern vorübergehend beschlagnahmt.

Auf diese Daten wollen Land und die Verkehrsabteilung reagieren, betonten Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) und Landespolizeidirektor Martin Huber: Die Schwerpunkte bei allen Maßnahmen werden weiterhin auf die Hauptunfallursachen gelegt.

Wie schaut’s im Weinland Burgenland mit Alkohol am Steuer aus? Die Zahl der erwischten Alkolenker ist mit 928 stabil geblieben. Bei den Drogenlenkern gab es einen Anstieg von 158 auf 200, was Stipsits darauf zurückführt, dass Beamte im Erkennen von Symptomen geschult wurden. „Wir wollen, dass den Leuten in die Augen geschaut wird“. Auffällig sei, dass Suchtgift auch bei den 31- bis 40-Jährigen ein Thema sei.

Als Ziele für heuer nannte Polizeichef Huber die Senkung der Verkehrsunfälle, Reduktion von Geschwindigkeitsüberschreitungen, „Nulltoleranz“ bei Alkohol und Drogen und die Überwachung des Schwerverkehrs.

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