Chronik | Burgenland
05.12.2018

Verkehr bläst mehr CO2 in die Luft

Die CO2-Emissionen im Straßenverkehr nehmen weiter zu. Ausstoß von Gebäuden ist zurückgegangen.

Während sich beim 24. UNO-Klimakongress in Katowice (Polen) Klimaexperten und Regierungsvertreter die Köpfe darüber zerbrechen, wie der Klimawandel zumindest gestoppt werden kann, hat der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) anhand der aktuellen Zahlen des Umweltbundesamts eine Analyse der -Emissionen des Burgenlands veröffentlicht. Insgesamt verursacht das Burgenland -Emissionen von 1,444 Millionen Tonnen, das sind um 326.000 Tonnen mehr als noch im Jahr 1990. Der Großteil davon, nämlich 62 Prozent, geht auf den Verkehr zurück (siehe unten). „Der Verkehr ist im Burgenland das größte Sorgenkind im Klimaschutz“, sagt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Land hat die meisten Pkw

Das ist auch kein Wunder, nimmt die Anzahl der Fahrzeuge im Burgenland doch ebenso zu wie der Verkehr insgesamt, während die Neuanmeldungen von Elektrofahrzeugen stagnieren. Ein Blick auf die Pkw-Dichte zeigt, dass im Jahr 1990 pro 1000 Burgenländer 393 Autos angemeldet waren. 27 Jahre später, im Jahr 2017, lag dieser Wert bereits bei 659 Pkw pro tausend Einwohner – mit Abstand der höchste Wert im Bundesländervergleich. Gleichzeitig stagniert die Anmeldung von neuzugelassenen E-Autos, auch wenn sich der Anteil von 2014 bis 2017 von 0,2 auf 1,2 Prozent versechsfacht hat. Von Jänner bis Oktober 2018 wurden gerade einmal 87 neue E-Pkw zugelassen. Mit einem Anteil von 1,1 Prozent liegt das Burgenland sogar noch unter dem Bundesschnitt von 1,5 Prozent.

Eine Zunahme der schädlichen -Emissionen gab es auch im Bereich der Industrie (plus 111.000 Tonnen). Mit 211.000 Tonnen jährlich liegt dieser Sektor allerdings sogar noch hinter dem -Ausstoß von Gebäuden. Diese emittieren jährlich rund 260.000 Tonnen , seit 1990 hat sich der Ausstoß um 167.000 Tonnen verringert. Grund für diesen Rückgang sind bessere Wärmedämmung und die Umstellung von Heizsystemen. Der -Ausstoß dürfte in diesem Bereich noch weiter zurückgehen, hat doch die Landesregierung angekündigt, ab 2020 den Einbau von Ölheizungen im Neubau zu verbieten.

Einen Rückgang in Sachen -Emissionen gab es auch in der Landwirtschaft, die insgesamt für 75.000 Tonnen verantwortlich ist – das sind um 10.000 Tonnen weniger als 1990.

Der VCÖ schlägt vor, den Anteil an erdölfreier Mobilität zu erhöhen. Das beginne schon beim Gehen, sagt Rasmussen: „Jede neunte Autofahrt ist in fußläufiger Distanz. Gerade im Burgenland könnten viele Wege auch mit den immer beliebter werdenden E-Bikes zurückgelegt werden“, empfiehlt die Expertin.