© Pirch

Chronik Burgenland
07/20/2021

Unterrabnitz: Das Geheimnis der Malerwochen

Gründer Harro Pirch erzählt von den Anfängen der Rabnitztaler Malerwochen 1971, seinen Gästen und von den Zukunftsplänen.

von Claudia Koglbauer-Schöll

„Manchmal fühle ich mich wie 100, manchmal wie 20. Also im Durchschnitt wie 50“, sagt Harro Pirch und lacht. Seit einem halben Jahrhundert fungiert der Professor als Gastgeber für Kunstschaffende aus aller Welt. Zehn Künstler hat Pirch, der heuer seinen 80. Geburtstag feiert, derzeit in seinem Turmhaus im mittelburgenländischen Unterrabnitz zu Gast.

Sei es an der Staffelei, auf dem (Noten-)blatt oder mit dem Fotoapparat: Im idyllischen Ambiente rund um und in Pirchs Turmhaus können die kreativen Köpfe für einige Wochen in aller Ruhe und Stille ans Werk gehen. Maler, Grafiker, Keramiker, Fotografen, Dichter – Künstler aus den verschiedenen Metiers arbeiten hier „in entspannter und befruchtender Atmosphäre“, wie es der Hausherr formuliert. Höhepunkt des mehrwöchigen Schaffens ist die Ausstellung der entstandenen Werke Ende Juli.

Harro Pirch kam 1941 in Frauenthal (Steiermark) zur Welt. 1966 erhielt er das Diplom als Akademischer Maler und absolvierte das Lehramt für Kunsterziehung.

Von 1983 bis 1988 hatte Pirch  in Istanbul, St.-Georgs-Kolleg, eine Lehrtätigkeit inne. 1971 gründete er die  Rabnitztaler Malerwochen. Als Kulisse dient seither das Turmhaus des Esterházy’schen Kastells in Unterrabnitz. Pirch hatte es 1977 erworben.

Seit 1989 wird auch in Istanbul und auf der Insel Burgaz gearbeitet. 1998 ist  auch noch das Trentino (in Italien) dazugekommen.

Pirch beschreibt sich selbst als  abstrahierenden Realist.

Ausstellung:
Die Werke der Malerwochen sind von 30. Juli bis 6. August und von 11. bis 15. August (16 bis 19 Uhr) in der Galerie Turmhaus zu besichtigen.
 

Die von Pirch 1971 initiierten Rabnitztaler Malerwochen haben sich als eines der wichtigsten Symposien im Bereich bildender Kunst in Ostösterreich etabliert. Was das Rezept für den Erfolg sei? „Man muss etwas kontinuierlich machen. Auch wenn man Rückschläge erfährt“, sagt Pirch. Und: „Es geht dabei nicht um Erfolg. Wichtig ist, dass man seine Profession auslebt und davon überzeugt ist.“

Mit dieser Einstellung hat Pirch im Herbst 1970 den Grundstein für die Gründung der Rabnitztaler Malerwochen gelegt. Nach seinem Studium in Wien war er an die Keramikschule Stoob gekommen. „Mir ging schon im ersten Jahr das Galerieleben ab.“ In Unterrabnitz mietete er ein Haus und lud seine Kollegen ein – mit dem Ziel, „den Menschen die Malerei näherzubringen“.

Künstler aus dem In- und Ausland

Seither haben sich namhafte Künstler nicht nur aus Österreich, sondern auch aus den USA, China, Estland, Ungarn, Deutschland und Holland eingefunden. Mit einigen von ihnen hatte Pirch Reisen unternommen, um Werke im In- und Ausland auszustellen.

Auch wenn jeder der Künstler seinen eigenen Arbeitsbereich hat, so schaut man einander doch immer wieder gegenseitig „über die Schulter“. Stets ist man im kreativen Dialog. „Wir freuen uns, wenn wir uns treffen und Gedanken austauschen.“

Heuer sind Anne Parmasto und Valeri Vinigradov aus Estland, Bernd Romankiewitz aus Bayreuth, Mieke Verhaar sowie Fred de Moij aus den Niederlanden zu Gast. Dabei sind zudem Pirchs Tochter Constanze, Maler Manfred Leirer, Aquarellist Gustav Just, Bildhauer Daniel Bucur sowie Schriftsteller Gerhard Altmann.

"Unbändige Gestaltungskraft"

Auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat dem Gründer einen Besuch abgestattet und gratuliert. Pirch habe „mit seiner unbändigen Gestaltungskraft ein Format geschaffen, das zu einer unverwechselbaren Visitenkarte des Kulturlandes Burgenland geworden ist“, so Doskozil.

Für die Zukunft hat Pirch Pläne geschmiedet: Angedacht sei eine etwas andere Form der Malerwochen mit drei Künstlern unter dem Motto „Artists in Residence“. „Alle drei können direkt bei mir wohnen. Und die Malerwochen werden trotzdem ihre Lebendigkeit bewahren.“

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