Ungarn bleiben aus

"Die gut qualifizierten Ungarn sind schon vor Jahren woanders hingegangen", so Manfred Gerger, IV-Vizepräsident.
Foto: Peter Sitar

Die Industriellenvereinigung würde sich mehr qualifizierte Facharbeiter aus dem Nachbarland wünschen - vergebens.

Die Grenzen sind offen, der Ansturm qualifizierter Mitarbeiter ist ausgeblieben." So brachten der Vizepräsident der Industriellenvereinigung (IV) Burgenland und Geschäftsführer von Hella Fahrzeugteile Großpetersdorf, Manfred Gerger und Ingrid Puschautz-Meidl von der IV das Ergebnis einer Umfrage unter 25 Industriebetrieben auf den Punkt.

Die Erwartungen der Unternehmen, dass durch die Grenzöffnung mehr ungarische Fachkräfte ins Land kommen würden, war bereits im Vorfeld gering. Die Ergebnisse waren aber noch schwächer als erwartet. "Drei Monate nach Wegfall der Übergangsfristen für ungarische Arbeitnehmer ist noch immer kein Ansturm an Bewerbern zu bemerken", stellt Manfred Gerger fest. Nur bei vier von 25 Betrieben habe es einen leichten Anstieg bei den Bewerbungen gegeben.

Aber auch diese Bewerbungen bedeuten nicht automatisch ein Einstellungsverhältnis. Denn das Problem ist, dass die meisten der ungarischen Bewerber keine oder höchstens mittelmäßige Deutschkenntnisse aufweisen. "Bei den komplexen Produktionsabläufen ist aber gerade die Kommunikation ein entscheidender Faktor. Wer die Sprache nicht beherrscht kann nicht eingesetzt werden", erläutert Gerger.

Konjunktur 

"Nach dem Einbruch der Konjunktur bei den Betrieben hat sich die Industrie gut erholt", stellt Ingrid Puschautz-Meidl fest. Sorgen bereiten den Unternehmern aktuell die unsichere Lage in den arabischen Staaten und der Rückgang der Konsumnachfrage in den Vereinigten Staaten. Aktuell gaben die Industriebetriebe bei der Umfrage aber an, die Beschäftigten halten zu wollen und keinen Personalabbau zu planen.

In Zukunft würden die Betriebe noch mehr in die Personalentwicklung und die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter investieren müssen. So arbeite man bei Hella Fahrzeugteilen intensiv an Programmen zur Mitarbeiterqualifizierung, erläuterte Gerger. Nur so könne man mittelfristig den Standort sichern.

Werbung machen die Industrievertreter für den im Herbst beginnenden Universitätslehrgang für Optoelektronik und Fotovoltaik. Hier wären noch Plätze für burgenländische Studenten frei.

(kurier) Erstellt am
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