Chronik | Burgenland
25.02.2017

Umfahrung für Therme wird gebaut

1,7 Kilometer lange Verbindungsstraße in die ungarische Nachbarortschaft Zsira ist in Planung.

Die Umfahrung der Therme Lutzmannsburg – ein Anliegen in der Gemeinde seit Jahren – wird nun umgesetzt. Am Donnerstagabend wurden der Bevölkerung die Pläne für die Straße samt neuem Grenzübergang präsentiert. Im Herbst dieses Jahres soll das "Cross-Border-Road"-Projekt realisiert werden.

Bereits im Jahr 2009 haben sich 59 Prozent der Bevölkerung in der mittelburgenländischen Tourismusgemeinde für eine Umfahrungsstraße ausgesprochen. Auf ungarischer Seite wurden die dafür erforderlichen Maßnahmen schon umgesetzt, die Straße und ein Grenzübergang sind fertig. Jetzt ist es auch auf burgenländischer Seite soweit. Bürgermeister Christian Rohrer (Aktive Dorfliste) begrüßt die Initiative des Landes, wie er sagt: "Ich bin froh, dass jetzt an einer Verbindung zu Ungarn gearbeitet wird." Bis 1948 hatte es schon eine Verbindungsstraße zu den ungarischen Nachbarn gegeben. Mit dem Bau des Eisernen Vorhangs verschwand die Straße, die jetzt ein Gemeindeweg ist, wieder.

Etwa 1500 Autos fahren derzeit pro Tag durch die Ortschaft, etliche hundert davon passieren auch das Gebiet rund um die Sonnentherme. Ungarische Pendler würden zudem immer wieder unerlaubterweise das Thermengebiet samt Hotelanlagen queren, um über die dahinter befindliche Straße nach Hause zu fahren. Dabei ist dieser Weg für Pkw gesperrt. Das soll sich nun ändern, wie der Baudirektor des Burgenlandes, Wolfgang Heckenast, erklärt.

Ruhe und Sicherheit

"Die neue Straße soll zur Beruhigung des Thermengebietes und gleichzeitig zu einer Erhöhung der Sicherheit beitragen", sagt Heckenast.

Die Umfahrung wird als Landesstraße L225 neu errichtet, wobei eine Gewichtsbeschränkung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen vorgesehen ist. Das Verbindungsstück zu Ungarn verläuft nördlich der Therme und mündet kurz vor den ersten Häusern des Ortes in die Landesstraße.

Ob auf dem neuen Übergang temporäre Grenzkontrollen stattfinden werden, sei eine Entscheidung, die das Innenministerium treffen müsse, erklärt Heckenast. Mit einem etwas höheren Verkehrsaufkommen wird gerechnet, "allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau". Weil es sich um ein gemeinsames Projekt mit Ungarn handelt, werden die Kosten von rund zwei Millionen Euro zu 85 Prozent von der EU gefördert.

Über die Aufteilung der restlichen 15 Prozent zwischen Thermengesellschaft, Land und Gemeinde wird noch verhandelt.

Derzeit werden die nötigen Bewilligungen eingeholt. Die Pläne liegen sechs Wochen in der Gemeinde auf. Im laufe des kommenden Jahred soll die Straße fertig sein.