Chronik | Burgenland
28.08.2018

Tschürtz führt FPÖ 2020 in die Landtagswahl

Landtagswahl.Nach einem Machtwort von HC Strache ist Norbert Hofer aus dem Spitzenkandidaten-Rennen

Ober sticht Unter: Die von FPÖ-Landeschef Hans Tschürtz angefachte Diskussion über ein mögliches Antreten von FPÖ-Infrastrukturminister Norbert Hofer als Spitzenkandidat bei der burgenländischen Landtagswahl ist durch ein Machtwort von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache beendet worden. Der blaue Vizekanzler hatte am Sonntag in einem KURIER-Interview unmissverständlich klargestellt, das sei ein „interessanter Vorschlag, aber ich denke, dass sich Norbert Hofer weiter auf seine Arbeit als Minister konzentrieren soll und wird“.

Wie berichtet, hatte Tschürtz in den vergangenen Jahren immer wieder laut darüber nachgedacht, Hofer 2020 den Vortritt zu lassen. Hintergrund war die Hoffnung, mit Hofer als Zugpferd die Stimmen zu maximieren. Zum Vergleich: Mit Tschürtz an der Spitze kam die FPÖ bei der Landtagswahl auf 15 Prozent, bei der Nationalratswahl 2017 waren die Blauen mit Hofer als Spitzenkandidat im Burgenland mit 25,2 Prozent fast schon auf Augenhöhe mit SPÖ und ÖVP; und bei der Bundespräsidenten-Stichwahl 2016 erreichte Hofer in seinem Heimatbundesland mit 61,4 Prozent das beste Länderergebnis überhaupt.

Wende der Wende

Hatte der Minister und stellvertretende FPÖ-Bundeschef aus Pinkafeld diese Avancen bisher entweder ignoriert oder dezidiert zurückgewiesen, gab es in der Vorwoche eine Wende: Er sei zuletzt immer wieder von Tschürtz und der 3. Landtagspräsidentin Ilse Benkö „sehr intensiv“ angesprochen worden, begründete Hofer, warum er nun über eine Rückkehr ins Burgenland, wo er einst Klubdirektor war, nachdenke. Für die Entscheidung wollte er sich bis zu zwölf Monate Zeit lassen, weil angesichts des Wahltermins im Frühjahr 2020 kein Zeitdruck bestünde. Es gelte abzuwägen, ob er dem Burgenland als Minister oder in einer Funktion im Land mehr nützen könne.

Diese Entscheidung hat ihm nun Strache abgenommen. „Ich halte Hans Tschürtz für den absolut richtigen Spitzenkandidaten, den ich im Wahlkampf selbstverständlich voll unterstützen werde“, ließ Hofer am Montag verlauten. Er sei überzeugt davon, „dass ich als Minister meine Verantwortung weiterhin wahrnehmen muss“.