Südburgenland wirbt mit kostenlosen Schnuppertagen um Zuzügler
Für Schüler und Lehrlinge gibt‘s die Schnuppertage schon längst, warum nicht auch für Südburgenländer in spe?
Um den „Zuzug in die Region zu forcieren“, hat der Verein Südburgenland Plus ein Gewinnspiel für Familien ausgeschrieben, erzählt Projektmanager Roland Deutsch im KURIER-Gespräch. Wer mit dem Gedanken spielt, ins südliche Burgenland zu übersiedeln, kann sich für einen dreitägigen Schnupperurlaub in Großpetersdorf, Burgauberg-Neudauberg oder Rudersdorf anmelden.
Das Besondere daran: Neben dem kostenlosen Aufenthalt für zwei Nächte in einer Ferienwohnung für zwei Erwachsene und maximal drei Kinder (wenn‘s vier sind, werde man auch eine Lösung finden, so Deutsch) sollen die potenziellen Neubürger auch einen Eindruck vom Leben im Südburgenland bekommen.
Die Gäste werden von Vertretern der Gemeinden ins dörfliche Leben eingeführt und können mit möglichen Arbeitgebern erste Kontakte knüpfen.
Die Ausschreibung für das Gewinnspiel läuft noch bis Ende März. Die drei Gewinnerfamilien werden aus allen Einsendungen gezogen und rund um Pfingsten zum Schnuppern kommen.
Die „blaue“ Region
Die erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Bevölkerungszahlen der Statistik Austria lesen sich wie eine Begründung für die Bemühungen des von der EU geförderten Vereins Südburgenland Plus.
Die südburgenländischen Bezirke Oberwart, Güssing und Jennersdorf sind in der Grafik blau eingefärbt, was einen Bevölkerungsschwund signalisiert – am sattesten ist das Blau im Bezirk Güssing.
Der Ordnung halber sei angemerkt, dass auch die Bezirke Neusiedl am See (überraschend) und Oberpullendorf (erwartbar) ein Minus verzeichnen.
3.000 Bewerber für drei Plätze
Zurück ins Südburgenland: Seit 2002 sind um rund 10.700 Menschen mehr gestorben als geboren wurden, erläutert Manfred Dreiszker, Leiter der Statistik Burgenland. Ausgeglichen werden konnte dieser Aderlass nur durch Zuzug aus anderen Bundesländern (rund 3.000 Personen) und aus dem Ausland (8.000, fast ein Viertel davon aus Ungarn).
Die Schnuppertage im Südburgenland gab es erstmals im Jahr 2024 in den Gemeinden Bernstein, Eberau und Deutsch Kaltenbrunn. Mit 3.000 Anmeldungen sei die Aktion bei der Premiere „sehr gut angenommen“ worden, erinnert sich Projektmanager Deutsch. Die Bewerbungen kamen aus ganz Österreich, mit Schwerpunkt Wien, Graz und Niederösterreich.
Und, sind die drei Familien von damals tatsächlich Südburgenländer geworden? „Leider nein“, bedauert Deutsch. Am Ende habe vermutlich ein Quäntchen gefehlt.
Die Schnuppertage seien aber auch nur eine von mehreren Maßnahmen, das Südburgenland aufzufrischen.
Bei der zweiten Auflage der Schnuppertage legt der Verein Südburgenland Plus noch mehr Augenmerk auf das Arbeitsplatzangebot für die Umzugswilligen.
Denn wer will schon ins liebliche Südburgenland übersiedeln, um dann erst wieder zur Arbeit pendeln zu müssen?
mein-suedburgenland.at
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