Südburgenland: Ein Name fehlt noch

Südburgenland: Ein Name fehlt noch
Fusion der Verbände Oberwart und Güssing ist seit 1. Jänner in Kraft. Bezirk Jennersdorf soll bis 2020 folgen.

Martiniloben, Gans Burgenland – und ein verlängertes Wochenende machen es möglich. Der Burgenland Tourismus freut sich über steigende Nächtigungszahlen zu Beginn der Wintersaison. Laut den aktuellen Zahlen vom November kamen insgesamt 71.721 Gäste (plus 4,5 Prozent) ins Land, 183.253 Übernachtungen (plus 1,2 Prozent) wurden registriert. Auffallend ist der Anstieg bei den Ankünften deutscher Gäste um mehr als elf Prozent.

Freude herrscht bei den Touristikern auch über die seit 1. Jänner gültige Fusion der beiden Tourismusverbände Oberwart und Güssing. Mit 51 Mitgliedsgemeinden und 120.000 Nächtigungen zählt der neue Tourismusverband Region Oberwart zu den schlagkräftigsten des Landes. Warum der Name Güssing fehlt? „Weil das vom Gesetz her nicht anders möglich ist“, sagt der zukünftige Geschäftsführer Harald Popofsits. Natürlich sei das Ziel die Einbindung des Bezirks Jennersdorf und in weiterer Folge der Name Südburgenland. Daran werde quasi laufend gearbeitet, die nächsten Gespräche sollen demnächst stattfinden. „Bis Juni wollen wir den Antrag einreichen, damit sich alles bis 1. Jänner 2020 ausgeht“, sagt Popofsits.

Seitens des Landes gibt es positive Signale. „Wir waren immer für größere Einheiten, internationale Studien zeigen die Sinnhaftigkeit. Das Südburgenland bietet sich als eigene Tourismusregion einfach perfekt dafür an. Wir sehen die Fusion der Verbände von Oberwart und Güssing als Zwischenschritt zu einem wirklichen Südburgenland an“, heißt es aus dem Büro von Landesrat Alexander Petschnig.

Abwarten im Süden

Der Jennersdorfer Obmann Herbert Krbeczek ist grundsätzlich für größere Einheiten, aber: „Das ist immer eine Frage der getroffenen Vereinbarungen.“ Ein Stolperstein für die Verhandlungen sind die unterschiedlichen Interessen in der Region Jennersdorf selbst. Die Gemeinden sind mehr auf Wein, Kulinarik und Bewegung fokussiert, die Stadt hingegen ist aufgrund der Nähe zu Loipersdorf sehr thermenorientiert. So wie auch Bad Tatzmannsdorf und Stegersbach, die sich in jeweils eigenen Verbänden organisiert haben. Popofsits könnte sich für den südlichsten Bezirk des Landes eine ähnliche Lösung vorstellen: „Die umliegenden Gemeinden passen thematisch einfach besser zu einem zukünftigen Südburgenland-Verband.“

Genau auf diese Themen will Obmann Martin Ochsenhofer künftig setzen. „Das Wasser einer Therme ist überall warm, aber wenn ein Gast nur einmal bewusst in der Weinidylle war, dann vergisst er das sein ganzes Leben nicht.“ Er sieht es als Aufgabe des Verbandes an, die Wertschöpfung in der gesamten Region zu erhöhen, die durch die Fusion entstandenen Synergien sollen genutzt werden.

Personell bleibt bis zur Vorstandssitzung alles beim Alten. In weiterer Folge wird Harald Popofsits den aktuellen Geschäftsführer Hans-Peter Neun, der Mitte 2020 in Pension geht, ablösen. Neu in den Vorstand kommt der bisherige Güssinger Obmann Gilbert Lang, seines Zeichens Stiftungsadministrator der Burg Güssing.

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