Chronik | Burgenland
15.09.2017

Sturm über Ostösterreich: Zwei Verletzte im Burgenland

Im Burgenland kippte ein Klein-Lkw nach einer Windböe um, sonst hatten die Feuerwehren vor allem mit abgebrochenen Ästen und umgestürzten Bäumen zu tun.

Mit mehr als 100 km/h üist ein Sturm gestern über Ostösterreich gezogen. Am Buchberg im Wienerwald wurden 117 km/h gemessen, sagte ein Meteorologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) der APA. Auf der Wiener Jubiläumswarte auf einer Höhe von nur 450 Metern erreichte der Sturm eine Spitzengeschwindigkeit von 112 km/h. Die Feuerwehren verzeichneten dutzende Einsätze.

Im Bezirk Eisenstadt-Umgebung kam durch den Sturm ein Klein-Lkw von der B50 ab. Zu dem Unfall kam es laut Feuerwehr gegen 18.00 Uhr zwischen Purbach und Breitenbrunn. Nachdem vermutlich eine Windböe das Fahrzeug erfasst hatte, stürzte es über einen Begleitweg und blieb schließlich in einem Weingarten stehen. Der Fahrer sowie der Beifahrer wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus nach Eisenstadt gebracht. Den Lenker musste die Feuerwehr aus dem Klein-Lkw befreien.

Einsatzkräfte beseitigten außerdem vereinzelt umgestürzte Bäume. Auch einige Plakatwände wurden vom Sturm umgeworfen. Im Bezirk Neusiedl am See kippte der heftige Wind einen Carport, in Schützen am Gebirge wurde ein Haus abgedeckt.

Neusiedler See

Am Neusiedler See musste die Feuerwehr mit zwei Booten ausrücken, nachdem offenbar wieder einmal Unbelehrbare die Sturmwarnung ignoriert hatten. Schon zwischen 14.00 und 15.00 Uhr, nachdem die Windgeschwindigkeit 60 km/h überschritten hatte, sei die Warnung aktiviert worden, hieß es von der LSZ. Dabei werden von der rund um den See installierten Sturmwarnanlage 90 mal pro Minute Blinksignale gegeben. Die Rettungseinsätze hätten aber erst nach 17.00 Uhr - somit mehr als zwei Stunden nach der Aktivierung der Sturmwarnung - stattgefunden.

Niederösterreich

Auch in Niederösterreich war die Feuerwehr verstärkt im Einsatz. So rückte etwa die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neudorf gemeinsam mit zahlreichen anderen Feuerwehren des Bezirkes Mödling zu umgestürzten Verkehrsschildern, Bauzäunen, abgebrochenen Ästen und umgestürzten Bäumen aus.

Auch im flachen Gebiet wurden Böen mit mehr als 100 km/h gemeldet. Im burgenländischen Podersdorf erreichte der Sturm 101 km/h. In Wiener Neustadt waren es 98 km/h, in Eisenstadt 97 km/h. An der ZAMG-Wetterstation in Wien-Unterlaa wurden 90 km/h gemessen. Der Wiener Rathausplatz inklusive Park war nach der Sturmwarnung schon ab 15.00 Uhr gesperrt worden.

Wien

Die Wiener Berufsfeuerwehr rückte zu rund 100 Einsätzen aus. In der Leopoldstadt wurden vier Kinder leicht verletzt, als eine Glaswand umstürzte. Die Wiener Berufsrettung brachte eine Fünfjährige vorsichtshalber ins Krankenhaus, sagte Sprecherin Claudia Gigler.

Gegen 16.30 Uhr wurde die Scheibe eines Oberlichtenfensters durch den Sturm eingedrückt und stürzte auf Kinder, die sich im Eingangsbereich einer Billa-Filliale in der Heinestraße befanden. Vier Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren hielten sich dort auf. Drei erlitten oberflächliche Schürfwunden und wurden von Rettungskräften mit Pflastern versorgt und den Eltern übergeben. Die Fünfjährige zog sich ein Hämatom am Kopf sowie leichte Schürfwunden zu und wurde zur Abklärung ins Spital gebracht.

Die Berufsfeuerwehr rückte von Beginn des Sturms am Nachmittag bis zum Ende der Windspitzen gegen 22.00 Uhr zu rund 100 Einsätzen aus - hauptsächlich wegen umgestürzter Bäume, abgebrochener Äste, lockerer Plakatwände und loser Bauteile. Ein Einsatz in Liesing war aufwendiger. In Mauer deckte der Sturm gegen 16.30 Uhr ein etwa 65 Quadratmeter großes Blechdach samt Röhren-Sonnenkollektoren vom Dach eines Einfamilienhauses ab. Dabei wurde laut Feuerwehr die Straßenbeleuchtung abgerissen, sie stürzte auf die Straße. Teile des Dachs trafen auch ein vorbeifahrendes Auto, es wurde leicht beschädigt, die Lenkerin blieb unverletzt, sagte Feuerwehrsprecher Jürgen Figerl.

Die Einsatzkräfte sicherten die am Dach verbliebenen Teile, entfernten abgestürzte Trümmer. Ein Holz-Telefonmast musste umgesägt werden, da herabstürzende Teil den Beton-Mastfuß beschädigt hatten. Der Sturm war am Donnerstag mit rund 90 km/h durch die Bundeshauptstadt gefegt. Auf der Wiener Jubiläumswarte auf einer Höhe von nur 450 Metern erreichte der Sturm eine Spitzengeschwindigkeit von 112 km/h.