Chronik | Burgenland
26.07.2017

Stuckdecke fiel auf Hochzeitsgäste: Barocker Festsaal wochenlang gesperrt

Bundesdenkmalamt arbeitet mit Hochdruck an einer provisorischen Lösung, um das geplante Konzert des Haydnfestivals nicht zu gefährden.

Der Unfall im Schloss Kittsee, der sich am vergangenen Wochenende ereignet hatte, könnte jetzt noch weitreichendere Folgen haben, als anfangs vermutet. Nach einem Erstbefund durch Experten des Bundesdenkmalamtes am Dienstag steht nun fest, dass die Decke im barocken Haberlandtsaal auch an anderen Stellen instabil ist. Der Saal ist gesperrt. Damit das Konzert des Haydnfestivals wie geplant am 27. August stattfinden kann, werde nun fieberhaft nach einer Lösung gesucht, sagt Landeskonservator Peter Adam.

Wie berichtet, waren in der Nacht auf Sonntag bei einer Hochzeitsfeier Teile der Decke auf einige der Gäste gefallen. Fünf Personen wurden leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht.

"So etwas habe ich noch nicht gesehen", erklärt Landeskonservator Peter Adam im KURIER-Gespräch. Nach ersten Erkenntnissen und einer Begutachtung dürften Restaurierungsarbeiten in den 1960er bzw 70er Jahren schuld an der instabilen Decke sein. Die Arbeiten seien – so Adam – "nicht wie gewünscht verlaufen".

Der Putz an der Decke würde durch das damalige Verwenden einer nicht geeigneten Substanz – vermutlich Beton – nicht haften. Genaue Analysen werden noch durchgeführt. Der Saal kann vorläufig nicht genutzt werden, geplante Hochzeitsfeiern, die für den Festsaal gemietet waren, wurden abgesagt.

Suche nach Sicherung

Die Restaurierungsarbeiten werden vermutlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Zunächst würden jedenfalls alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit das hochkarätige Konzert des Haydnfestivals dennoch im Haberlandtsaal über die Bühne gehen kann. "Wir müssen einen Weg finden, um eine Zwischensicherung der Decke zu gewährleisten", erklärt Adam. Möglich wäre das Einziehen einer provisorischen Zwischendecke, die eine unbedenkliche Nutzung des Saales ermöglichen soll.

"Ich bin optimistisch, dass das Bundesdenkmalamt eine Lösung finden wird", betont Intendant Walter Reicher.