Fast 3.000 Follower: Bernd Strobl isst und politisiert auf Insta & Co.
Bernd Strobl baut Social-Media-Präsenz stark aus.
„Mahlzeit Bernd, wos gibt´s heit?“ Mit dieser Frage etablierte Bernd Strobl einen eher ungewöhnlichen Kommunikationsstil in der burgenländischen Landespolitik. Der ÖVP-Klubobmann und Bürgermeister von Ollersdorf hat vor einem Jahr die sozialen Medien für sich entdeckt und setzt seither auf kurze Videos, Wirtshausbilder, Fußballsprache und direkte Kritik an der rot-grünen Landesregierung.
Damals habe er nicht erwartet, so aktiv auf Social Media zu sein. „Heute weiß ich: Es war die richtige Entscheidung“, zieht Strobl Bilanz. Politik müsse dort erklärt werden, „wo die Menschen hinschauen“.
Followerzahl versechsfacht
Dass dieser Ansatz Reichweite bringt, zeigt ein Vergleich mit August 2025. Damals lag Strobl auf Instagram bei knapp 500 Followern. Aktuell sind es schon über 3.000. Damit hat sich die Zahl in weniger als einem Jahr versechsfacht. Auf Facebook kommt sein öffentliches Profil auf rund 2.000 Likes.
Natürlich kein Vergleich mit dem politisch-konservativen Social Media Giganten, dem bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder mit knapp 800.000 Followern auf Instagram. Auch auf Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (16.600 bzw. 2.800 Follower auf zwei Instagram-Profilen) fehlen Strobl noch einige Follower; eine richtige Größe ist der SPÖ-Parteichef aber auf Facebook mit über 37.000 (Landeshauptmann) beziehungsweise 10.000 Followern (Politiker).
Was bei Strobl so gut ankommt? Offensichtlich seine Authentizität und die Verknüpfung von Essen, Schmäh und politischen Botschaften. So werden sperrige Themen wie Gemeindefinanzen in kurze Clips verpackt. „Humor ist ein Transportmittel für Politik“, lautet Strobls Philosophie.
Auch seine Erfahrung als Fußballschiedsrichter greift er auf. Karten und Fouls dienen als Bilder für politische Entscheidungen. „Wer foult, bekommt die Karte“, sagt Strobl.
Für die ÖVP übernimmt er damit die Rolle des offensiven Kommunikators. Der Ansatz kann Aufmerksamkeit schaffen, birgt aber auch die Gefahr, komplexe Themen zu verkürzen. Auch Häme und Spott bleibt dem ÖVP-Klubobmann freilich nicht erspart. Seiner Reichweite schadet die Polarisierung definitiv nicht, belohnen Algorithmen doch jede Form von Zuspitzung.
Strobl will den vor einem Jahr eingeschlagenen Kurs fortsetzen. Gemeinsam mit seinem Team werde laufend analysiert, welche Inhalte funktionieren. „Wenn die Menschen dranbleiben, haben wir alles richtig gemacht“, so sein Fazit.
Kommentare