Land schafft Pflegeberater-Jobs

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In allen Bezirken. Information über Pflegeangebote für Pflegebedürftige und deren Angehörige

Das Burgenland hat auf die bundesweite Abschaffung des Pflegeregresses per 1. Jänner nicht sofort mit einer Aufstockung der aktuell rund 2000 stationären Plätze in 44 Pflegeheimen reagiert, sondern setzt zunächst auf den Ausbau der 24-Stunden-Pflege daheim.

Anfang Februar wurde rückwirkend per 1. Jänner 2018 ein einkommensabhängiger Zuschuss zur 24-Stunden-Pflege von bis zu 600 Euro pro Monat (ab Pflegestufe vier, bei Demenz ab Stufe drei)beschlossen, für den heuer 1,9 Millionen Euro budgetiert sind. Nun folgt der nächste Schritt.

Ab spätestens 1. Jänner 2019 soll es in allen sieben Bezirken in den Bezirkshauptmannschaften eigene Sozial- und Pflegeberater geben. Das hat die burgenländische Landesregierung in ihrer dieswöchigen Sitzung beschlossen, wie der KURIER erfahren hat.

Starker Anstieg bei 80+

Pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige sollen durch die Berater eine fachlich fundierte Information über die Angebotspalette im Pflege- und Betreuungssektor sowie Unterstützung bei individuellen Lösungen erhalten“, begründet Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ) dieses „Case & Care-Management“. Außerdem solle dadurch ein Lenkungseffekt zu mobilen Pflege- und Betreuungsformen erzielt werden. Details werden kommende Woche genannt. Dass das Problem im Bundesland mit dem höchsten Pensionistenanteil noch drängender wird, mag eine Zahl belegen: Von 2019 bis 2021 steigt die Zahl der Menschen im Alter von 80 und mehr Jahren um etwa 2500 Personen oder 14 Prozent.

In der Einschätzung, dass Pflegebedürftige am liebsten in gewohnter Umgebung betreut werden möchten, herrscht Konsens zwischen der großen Regierungspartei SPÖ und der größten Oppositionskraft ÖVP. Deren Klubchef Christian Sagartz und Landtagsabgeordneter Markus Ulram verlangen „ein Gütesiegel, das eine qualitativ hochwertige Betreuung garantiert“. Agenturen, die Betreuerinnen und Betreuer vermitteln, müssten Qualitätskriterien in Form spezieller Schulungen und regelmäßiger Weiterbildungen nachweisen – kontrolliert vom Land.

( kurier.at , thor ) Erstellt am 12.05.2018