Klepeisz (r.) organisiert „Spaziergänge“, Kölly unterstützt ihn

© /Claudia Koglbauer

Deutschkreutz
02/26/2016

"Sind Vorreiter in puncto Sicherheit"

Seit Jahren gibt es im Ort Patrouillen / Bürgermeister kritisiert Land wegen der Sicherheitspartner.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Reinhold Klepeisz ist in "seiner" Gemeinde Deutschkreutz allseits gut bekannt. In seinem Heimatort sorgt er nicht nur als Polizist für die Einhaltung der Gesetze. Auch nach Dienstschluss ist Klepeisz in der 3100-Seelen- Grenzgemeinde um die Einhaltung von Recht und Ordnung bemüht. "Das Thema Sicherheit ist ja nicht aus meinem Kopf verschwunden, wenn ich nach Dienstschluss aus der Uniform schlüpfe", sagt Klepeisz.

Seit etwa zehn Jahren organisiert er die "nächtlichen Spaziergänge", die vor allem zwei Zielen dienen sollen: der Kriminalitätsprävention und der Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühles in der Bevölkerung. "Beobachten und melden", heißt seine Devise – ohne Waffe, "nur mit Pfefferspray".

"Um Gottes Lohn"

Unterstützung bekommen Klepeisz und seine rund fünfzehn Spaziergänger-Kollegen aus der Bevölkerung von Bürgermeister Manfred Kölly. Der Listen-Ortschef und Landtagsabgeordnete sieht Deutschkreutz mit der Initiative in einer Vorreiterrolle in puncto Sicherheit. "Uns hat man gescholten, als wir vor zehn Jahren mit den Rundgängen begonnen haben. Und jetzt plant das Land selber, Sicherheitspartner einzuführen." Die uniformierten Sicherheitspartner sollen voraussichtlich ab 1. September in vorerst neun Gemeinden installiert werden und weder bewaffnet sein noch als "Ersatzpolizei" fungieren.

Für das Vorhaben hat Kölly nur Kritik: "Das kostet den Steuerzahler nur viel Geld. Ich bin überzeugt, dass es in jeder Ortschaft Freiwillige für Rundgänge gäbe."

Das System "Spaziergänger" sei dagegen effizienter, weil man "flexibel und auf Bedarf agieren können". Geld hätten die Spaziergänger von der Gemeinde nie erhalten. Sie seien um "Gottes Lohn" durch die Straßen gezogen.

Das Wort Bürgerwehr wollen Kölly und Klepeisz nicht in den Mund nehmen. "Das ist negativ besetzt und man wird damit automatisch ins rechte Eck gesetzt",meint Klepeisz.

Täter geschnappt

Begonnen habe man mit den Patrouillen, "weil der Kriminalitätstourismus ziemlich stark" gewesen sei. "Sogar einem Polizisten haben sie vor der eigenen Haustür das Auto gestohlen", sagt Klepeisz. Jetzt herrsche Ruhe in der Gemeinde. Vor etwa einem halben Jahr habe es den letzten Zwischenfall gegeben. Damals wurde im örtlichen Supermarkt eingebrochen. Reinhold Klepeisz, der zu dem Zeitpunkt gerade seinen Polizeidienst versah, konnte den Täter nach kurzer Zeit schnappen. Die letzten Beobachtungen, die die Spaziergänger gemacht hätten, wären höchstens Liebespärchen gewesen.

"Burgenland ist ja das sicherste Bundesland", räumt der Bürgermeister ein. Die nächtlichen Rundgänge würden für "ein gutes Gefühl in der Bevölkerung sorgen".

Klepeisz glaubt, den Grund für die Angstgefühle der Menschen zu kennen: "In Deutschkreutz war früher einer der drei Hauptgendarmerieposten des Bezirkes stationiert, mit entsprechend viel Personal. Jetzt gibt es halt weniger Polizisten hier." Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges und der Grenzöffnung seien auch die Ängste gestiegen.

Und wie sehen die "Kreitzer" die Nachtgänge? Karin Krejcirik-Posch, die das Lokal "Goldmarkstüberl"betreibt, hält sie für "eine gute Idee. Die Leute beschäftigt zwar allgemein das Thema Sicherheit. Kriminalität in Deutschkreutz selbst ist jetzt aber kein Thema mehr."

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