Chronik | Burgenland
25.10.2018

Sicherheitspartner: „700.000 Euro ist nicht viel“

FPÖ-LH-Vize Tschürtz kündigt Ausweitung aufs ganze Land und 55 Jobs an.

Wie man‘s dreht und wendet, das Burgenland ist das weitaus sicherste Bundesland. Mit 1,89 Prozent (das entspricht 9667 angezeigten Straftaten) lag der Anteil an der bundesweiten Kriminalität 2017 weit unter dem Bevölkerungsanteil (3,4 Prozent).

Dennoch sollen die seit zwei Jahren in neun Gemeinden der Bezirke Neusiedl, Mattersburg und Oberwart patrouillierenden Sicherheitspartner bis Ende 2019 im ganzen Land nach dem Rechten sehen. 2100 Meldungen über kaputte Straßenlaternen oder offene Fenster haben die 15 unbewaffneten Sicherheitspartner bis dato abgesetzt, 70-mal wurde die Polizei – etwa über verdächtige Fahrzeuge – in Kenntnis gesetzt.

Rote Reserviertheit

„Das Projekt wird sehr gut angenommen und funktioniert top“, gab sich FPÖ-Landeshauptmann-Vize Hans Tschürtz am Donnerstag in Eisenstadt überzeugt. Die rot-blaue Landesregierung hat jedenfalls am 22. Oktober die Fortsetzung und Ausweitung des Projekts abgesegnet. In einem ersten Schritt werden ab 1. November alle Gemeinden der Bezirke Neusiedl, Mattersburg und Oberwart angefahren, im Jänner 2019 kommt der Bezirk Jennersdorf hinzu.

Tschürtz wünscht sich bis Ende 2019 die flächendeckende Versorgung mit diesem „Vorzeigeprojekt“, nach dem sich auch schon andere Bundesländer erkundigt hätten. Die Kosten bezifferte er mit 1,2 Millionen Euro jährlich. Den größten Teil steuert mit 700.000 Euro das Land bei; auch Innenministerium, EU und AMS beteiligen sich.

Auf die KURIER-Frage, ob das Geld im sichersten Bundesland nicht anderswo besser eingesetzt wäre, antwortete Tschürtz: „700.000 Euro ist wirklich nicht viel“, außerdem würden 55 bisher Arbeitslose Jobs bekommen. Beim Koalitionspartner SPÖ sähen manche das Projekt „nicht so überschwänglich“, heißt es – aber Sicherheit sei wichtig und man trage das „Prestigeprojekt“ von Tschürtz natürlich mit.

Landespolizeichef Martin Huber sieht die Sicherheitspartner „positiv“, denn „alles, was der Sicherheit dient, nehmen wir gerne an“, sagte er dem KURIER.