Sendemast erhitzt Gemüter

Bürgerinitiative will anderen Standort. Gemeinde hofft auf Gespräche mit der Telekom. Die will am Standort festhalten. Freitagabend werden Bürger informiert.

Wir bieten der Telekom an, gemeinsam mit uns einen anderen, schonenderen Standort für den Handymasten zu suchen. Sollte die Telekom aber auf dem jetzigen Standort bestehen, dann graben wir das Kriegsbeil aus.“ Das sagt Renate M., eine der Aktivistinnen der Bürgerinitiative gegen den geplanten Handymasten in Wolfau. Den will die Telekom im Bereich der westlichen Ortseinfahrt errichten. Die Gegner des Projektes sind nicht gegen den 36 Meter hohen Handymasten an sich, sondern gegen den Standort. Denn in unmittelbarer Nähe befindet sich eine Wohnsiedlung für Jungfamilien und auch der Kindergarten. Daher sei der Standort ungeeignet, befinden die Gegner, die schon an die 300 Unterschriften gesammelt haben.

Bürgermeister Walter Pfeiffer, ÖVP, nimmt die Einwände ernst. Mit dem Standort sei die Gemeinde alles andere als glücklich, da sich zahlreiche Häuser in unmittelbarer Nähe befinden. Der Mast steht im Grünland, daher ist nicht die Gemeinde, sondern die Bezirkshauptmannschaft Oberwart zuständig. Die erteilte die naturschutz- und wasserrechtliche Bewilligung. Die Gemeinde sei aber nicht ganz aus dem Spiel. Pfeiffer: „Die Telekom will die Stromleitungen über Gemeindegrund verlegen. Hier ist unsere Zustimmung notwendig.“

Suche

Schon seit Jahren, so der Bürgermeister, suche die Telekom im Ort nach geeigneten Grundstücken zur Errichtung von Sendemasten: „Wir haben mehrere Grundstücke angeboten, die unserer Meinung nach geeigneter wären, die hat die Telekom aber abgelehnt.“ Er erwarte sich jetzt, dass die Telekom in Gespräche mit der Gemeinde, aber auch den betroffenen Bürgern und der Bürgerinitiative eintrete. Letztlich werde im Gemeinderat darüber zu entscheiden sein, ob die Telekom die Grabungserlaubnis für die Stromzuleitung bekommt oder nicht. Pfeiffer hofft, dass vielleicht doch noch ein anderer Standort infrage kommen könnte.

Eine Hoffnung, die man bei der Telekom nicht teilen dürfte. Auf KURIER-Anfrage sagte Sprecherin Livia Dandrea-Böhm: „Ein anderer Standort ist derzeit kein Thema für uns.“ Seit 2008 suche man hier einen Platz und habe jetzt einen geeigneten gefunden. Heute Abend, 19 Uhr, findet zu diesem Thema eine Diskussionsveranstaltung im GH Schweighofer statt. Wohl nicht die letzte Veranstaltung ihrer Art.

( Kurier ) Erstellt am 13.01.2012