Toni Moravec kennt die meisten der Pilze, die Burgenlands Wäldern wachsen

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Burgenland
09/06/2016

Seltenen Pilzen auf der Spur

Schwammerlexperte Toni Moravec berichtet von seinen heurigen Funden.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Wer sich gerne auf die Suche nach Schwammerl macht, der kommt heuer auf seine Kosten. "Es war ein gutes Jahr, es hat genügend Niederschlag gegeben und auch die Temperaturen haben gepasst", zieht Klaus Michalek, Obmann des Naturschutzbundes im Burgenland, eine erste Bilanz.

Auch Pilzexperte Toni Moravec aus Wiesen ist mit der "Ausbeute" bisher im Großen und Ganzen zufrieden. Die Schwammerlsaison habe früh gestartet. "Die ersten Eierschwammerl-Funde habe ich schon in der 1. Juni-Woche gemacht."

In manchen Gegenden wie dem Geschriebenstein sei mehr gewachsen, während in der Region Rosalia, wo sonst die Schwammerl sprichwörtlich aus dem Boden schießen, heuer weniger Pilze zu finden waren, sagt Moravec. Dass sich in manchen Regionen das Pilzvorkommen geändert hat, habe mit der Bewirtschaftung der Wälder zu tun. In Wäldern, die weniger bewirtschaftet werden, können die Pilze auch besser wachsen.

Besondere Freude bereitet dem Experten die Vielfalt, die diese Saison zu beobachten sei. Dazu zählen unter anderem die Kaiserlinge, deren Verzehr früher wegen ihres hervorragenden Geschmacks dem Kaiser vorbehalten war. Vor allem in der Gegend von Pöttsching (Bezirk Mattersburg) sei der begehrte Speisepilz zu finden, verrät Moravec. Auch einige seltene Röhrlingsarten, wie etwa der Kornblumenröhrling, der innen blau ist, waren heuer zu finden.

Massensammlungen

"Für mich ist beim Schwammerlsuchen das Wichtigste, dass es sich selbst bei der massivsten Pilzschwemme nie um gierige Massensammlungen sondern um sensible Naturerlebnisse handeln sollte." Dass sich manche Besucher den ganzen Autokofferraum mit den Schätzen aus dem Wald vollladen, davon hält der Experte nichts. "Man sollte nur so viele Schwammerl mitnehmen, wie man an einem oder zwei Tagen verzehren kann." Erlaubt sind übrigens maximal zwei Kilo.

Hat er selbst keine Angst, einmal einen giftigen Pilz zu erwischen? "Man muss sich zu 100 Prozent sicher sein, dass man den Pilz kennt, bevor man ihn in seinen Korb legt", erklärt der Profi. Dazu ist ein umfangreiches Wissen erforderlich. Schließlich gebe es mehr als 1000 verschiedene Pilze in den heimischen Wäldern. "Ich habe zwar noch nicht alle gefunden, aber eine großen Teil davon."Bei Bedarf berät Moravec die Finder auch.

Übrigens: Die meisten Probleme gebe es nicht wegen giftiger, sondern wegen verdorbener Pilze. Generell sei der Verzehr von Pilzen aber sehr gesund, erklärt der Experte: "Pilze sind kalorienarm und ballaststoffreich."

Moravec schwingt selbst gerne den Kochlöffel, wie er schildert. Wer sich Tipps zum Erkennen, Ernten und Zubereiten der "Schätze des Waldes" holen möchte, den lädt der Profi im September oder Oktober in den Wald bzw. die Küche (siehe Zusatzbericht, Anm.).

Ein Schwammerl für jeden Kochtopf

Für den Pilzexperten und zertifizierten Naturführer Toni Moravec ist Hochsaison. Jede freie Minuten verbringt er im Wald und anschließend hinter dem Herd. "Im Wald tanke ich Energie auf und wandle sie in neue Pilzkreationen in meiner Küche um."

Sein Wissen gibt er gerne auch an andere weiter. Während die meisten Schwammerlsucher ihre Plätze wie ein Geheimnis streng hüten, können Interessierte im Wald quasi in die Fußstapfen des Profis treten. Die Naturführungen mit dem Experten finden am 11. und 25. Sept., sowie 9. Okt. statt. Anmeldung: moravec@gmx.at.

Auch im Naturpark Rosalia-Kogelberg bei Forchtenstein ist der Profi wieder den Pilzen auf der Spur. Am 14. und 28.September, sowie am 19. Oktober führt Moravec Interessierte durch den Wald. Infos gibt es im Naturparkbüro 0664/4464116, Anmeldungen per email an naturpark@rosalia-kogelberg.at.

"Für jeden Kochtopf ist ein Pilz gewachsen!", ist der leidenschaftliche Hobbykoch überzeugt. Ein paar der schmackhaftesten Schwammerl werden im Rahmen seiner Lehr-Spazierganges professionell bestimmt, geerntet und wandern zum krönenden Abschluss t direkt vor Ort zum Verkosten in die Pfanne. Zu seinen Rezepten zählen Pilz-Strudel ebenso wie Eierschwammerl mit Marillenlikör oder Pilz-Antipasti. Am 24. September sowie am 22. Oktober gibt es im Hotel Sonnberghof Bad Sauerbrunn Pilzkochwerkstätten. Anmeldungen: Tel: 0262532203-6 oder info@tourismus-badsauerbrunn.at.