Seit zehn Jahren Weltkulturerbe

Vor zehn Jahre wurde der Neusiedler See in die Welterbeliste der UNESCO eingetragen - das Burgenland feiert das Jubiläum.

Im Jahr 2001 wurde die Region um den Neusiedler See als grenzüberschreitendes Weltkulturerbe Fertö-Neusiedler See in die Welterbeliste der UNESCO eingetragen. Aus diesem Anlass feiert das Burgenland heute, gemeinsam mit der ungarischen Partnerregion, das 10-jährige Bestandsjubiläum.

Doch dieses Jubiläum sei keine Selbstverständlichkeit, wie der Geschäftsführer der Organisation Welterbe Neusiedler See, Richard Giefing, im KURIER-Gespräch erklärt. Wäre etwa eine geplante Autobahn zwischen Eisenstadt und Neusiedl am See Realität geworden, hätte man jetzt keinen Grund zu jubilieren. "Wir wären mit Sicherheit aus der UNESCO Welterbeliste geflogen", sagt Giefing.

Wenn jemand auf den Gedanken käme, eine Brücke über den Neusiedler See zu bauen, "dann können wir uns mit Sicherheit verabschieden", ist sich Giefing "verdammt" sicher. Wenn ein überdimensionales Hochhaus gebaut würde, wären "wir auch weg vom Fenster."

Ernst nehmen

Laut Giefing müsse man im Burgenland den Auftrag der UNESCO ernster nehmen. Als negatives Beispiel nennt der Geschäftsführer die norddeutsche Stadt Dresden. Sie baute eine Brücke, die der UNESCO nicht ins Bild passte, und schon wurde die Stadt von der Liste gestrichen.

Doch wenn das Burgenland "auf der jetzigen Linie " weitermache, dann werde Fertö-Neusiedler See auch in zehn Jahren auf der Liste der UNESCO stehen. Wobei es großer Anstrengungen bedürfe, "keine Frage", wie Giefing es ausdrückt.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011