Schwacher Juni, aber trotzdem Rekord für Tourismus im Burgenland
Gutes Wetter vorausgesetzt, wird beim See Opening Ende April viel los sein.
Die beste Nachricht zuerst: Noch steht einem Urlaub der Wasserstand des Neusiedler Sees nicht im Weg. Derzeit gibt es laut fakten.neusiedlersee.com nur eine Einschränkung beim Fährverkehr zwischen Breitenbrunn und Podersdorf – bei starkem Nordwest-Wind ist die Strecke nicht befahr.
Der Wasserstand von 115,16 Meter über Adria (MüA) am Sonntagnachmittag ist angesichts der Hitzeperiode relativ stabil. Trotz leicht sinkender Tendenz fehlen auf den Minimumstand (seit Beginn der Messungen 1965; Anm.) aus dem Jahr 2022 noch 16 Zentimeter; auf das Vorjahr fehlen 14 Zentimeter.
Ebenso stabil präsentiert sich der burgenländische Tourismus, nur mit einer gegenläufigen Tendenz. Denn trotz eines leichten Rückgangs im Juni wurden im ersten Halbjahr 1,506.070 Nächtigungen gezählt, womit das bisherige Rekordergebnis des Vorjahres leicht übertroffen wurde.
„Stabile Entwicklung“
Ein differenzierter Blick zeigt jedoch, dass sich die Entwicklung innerhalb der Monate unterschiedlich darstellt. Während der Juni mit 450.886 Nächtigungen hinter dem außergewöhnlich starken Vorjahr zurückblieb, relativiert sich dieses Bild bei gemeinsamer Betrachtung mit dem Mai.
Zusammen ergibt sich für den Frühsommer ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Burgenland-Tourismus-Geschäftsführer Didi Tunkel sieht darin ein Zeichen für die Stabilität der Branche: „Das Ergebnis im ersten Halbjahr zeigt eine stabile Entwicklung, dafür gebührt in erster Linie unseren ausgezeichneten Betrieben und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Anerkennung. Für den Juni war aufgrund der unterschiedlichen Lage der Feiertage bereits im Vorfeld mit einem Rückgang gegenüber dem außergewöhnlich starken Vorjahresmonat zu rechnen. Während das reisestarke Pfingstwochenende 2025 in den Juni fiel, lag es heuer bereits im Mai. Dadurch verschoben sich Kurzurlaube und Nächtigungen vom Juni in den Mai.“
Entscheidend sei die Betrachtung von Mai und Juni, sagt Tunkel. „Sie zeigt, dass wir das Rekordniveau des Vorjahres halten und bei den Nächtigungen sogar leicht übertreffen konnten.“
Auch bei den Ankünften zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Gesamtzahl liegt nur leicht unter dem Vorjahr. Vor allem Gäste aus Österreich sorgten für Zuwächse, während die internationalen Märkte insgesamt leicht rückläufig waren. Einzelne Herkunftsländer entwickelten sich dennoch positiv, darunter Ungarn und die Tschechische Republik.
Leichtes Plus
Die Monate Mai und Juni zusammengenommen bestätigen die stabile Entwicklung. Trotz geringfügiger Rückgänge bei den Ankünften konnte bei den Nächtigungen ein leichtes Plus erzielt werden. Österreichische Gäste trugen maßgeblich zu diesem Ergebnis bei, während auch Deutschland als wichtigster Auslandsmarkt moderat zulegen konnte.
Der Juni selbst war deutlich von der Verschiebung der Feiertage geprägt. Entsprechend gingen sowohl Ankünfte als auch Nächtigungen im Juni zurück, wobei besonders Gäste aus dem Ausland seltener kamen. Gleichzeitig zeigte sich aber auch hier, dass einzelne Märkte – etwa die Tschechische Republik – weiterhin Zuwächse verzeichnen konnten.
Pläne für die zweite Jahreshälfte
Für die zweite Jahreshälfte setzt Burgenland Tourismus auf gezielte Maßnahmen, um die positive Entwicklung zu festigen. Neben Marketingaktivitäten sollen vor allem Kooperationen und Veranstaltungen zusätzliche Impulse liefern.
„Der Tourismus-Markt ist heiß umkämpft. Mit einer umfassenden Veranstaltungs- und Marketingoffensive wollen wir in der zweiten Jahreshälfte weitere touristische Impulse setzen. Internationale Kooperationen, sportliche Großveranstaltungen sowie unsere vielfältigen Angebote – von Genuss und Kultur über Radfahren und Wandern bis hin zu Natur- und Thermenerlebnissen – werden die Sichtbarkeit des Burgenlands erhöhen und zusätzliche Gäste ansprechen“, so Tunkel abschließend.
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