Warum beim Grillen jetzt Wild im Fokus steht und wie das geht
Die Teilnehmer des jüngsten Grillseminars mit Obmann Michael Unger und dem ehemaligen Haubenkoch Georg Staber-Gossi (am Grill) haben auch einige neue Rezepte abgestaubt.
Von Gernot Heigl
Geruch und Geschmack von Speisen am Holzkohlengrill bedeuten für viele Österreicher Geselligkeit, Genuss und das typische Sommergefühl. Legen viele Schweinekoteletts, Bratwürste oder Spareribs auf den Rost, sind es bei Jäger Michael Unger aus dem Südburgenland Gustostücke vom selbst geschossenen Wild.
Erlebnisgrillen nennt das der 45-jährige Waidmann. Und als Obmann des Vereins „Vielfalt Natur“ mit Sitz in Deutsch Tschantschendorf veranstaltet er mehrmals jährlich Seminare für diese besondere Art des Grillens. In Kombination mit dem ehemaligen Haubenkoch Georg Staber-Gossi werden je nach Abschuss-Saison Reh, Hirsch, Wildschwein, Hase und Fasan zubereitet.
Genussvoll und exklusiv
„Unsere Teilnehmer erwartet ein All-inclusive-Menü mit fünf Gängen, beginnend mit einem kreativen Gruß aus der Küche. Jüngst gab es einen Bratwurstlolli vom Wild zur geschmacklichen Einstimmung“, schmunzelt Michael Unger. Die Kräuter kommen aus dem eigenen Garten. Die kredenzten Weine und alkoholfreien Säfte sind aus der Region. Fladenbrot und andere Beilagen stammen aus eigener Produktion.
Erlebnisgrillen im Südburgenland: Seminare mit Wildfleisch, Ablauf, Preise und Konzept im Überblick.
Die maximal 20 Teilnehmer pro Grill-Seminar haben die Wahl, ob sie bei der Zubereitung der Speisen aktiv mitarbeiten oder nur zusehen wollen. „Am Ende jedes Ganges steht der gemeinsame Genuss der zubereiteten Spezialitäten“, sagt der begeisterte Jäger und Naturliebhaber Unger, zugleich Jagdleiter und Aufsichtsorgan. „Das ist das beste Fleisch, das wir unseren Gästen anbieten können.
Denn es stammt von Tieren, die vor unserer Haustür im Wald aufwachsen. Das Wild frisst nur, was ihm die Natur zur Verfügung stellt und ihm schmeckt.“ Der Südburgenländer weiter: „Das Fleisch ist daher hochwertigst und extrem schmackhaft, generell cholesterinarm und hat viele Omega-3-Fettsäuren.“ Durch das Erlebnisgrillen möchte der Waidmann bei den Teilnehmern erreichen, dass „sie mich nicht fragen, warum ich schon wieder jagen gehe, sondern wann ich wieder jagen gehe, weil sie das regionale Wildfleisch schätzen gelernt haben und bei uns im Verein dann auch frisches Wildbret kaufen.“
Rezepte für Zuhause
Die Gäste sind eine Mischung unterschiedlicher Couleurs, von Gastronomen, Jägern und interessierten Hobbygrillern, die ihre Grillkenntnisse durch einen kulinarischen Ausflug in die Zubereitung von Wild erweitern wollen. „Selbstverständlich bekommen alle im Rahmen des Seminars auch verschiedene Rezepte zum Mitnehmen“, erklärt Michael Unger.
Kein Kotelett, keine Bratwurst: Beim Erlebnisgrillen im Südburgenland kommt Wild auf den Rost.
Die Seminare finden jeweils an einem Samstag ab 14 Uhr statt, mit offenem Ende. Standesgemäß gibt es eine Begleitung mit dem Jagdhorn. „Es wird zur Begrüßung und zum Essen geblasen. Jede Wildart hat ein anderes Signal“, beschreibt der Waidmann einen Teil des Rahmenprogramms, das noch andere Überraschungen rund um das Vereinshaus, einen Dreikanthof in Deutsch Tschantschendorf, bietet.
Vorspeise für 4 Personen
160 g Rehrücken zugeputzt, 50 ml Sojasauce,
3 El Sesam, 1 El 5-Spice,
etwas Öl, 2 TI Wasabi-Paste, 1 Limette, 3 El Mayonnaise, 1 rote Zwiebel, 50 g Zucker,
50 ml Apfelessig, 50 ml Wasser, ½ TL Salz,
50 ml Ponzu-Sauce,
20 ml geröstetes Sesam-Öl.
- Rehrücken eine Stunde in der Sojasauce marinieren. Anschließend gut trocken tupfen und mit 5-Spice würzen. Danach im Sesam wenden, von allen Seiten scharf anbraten und kaltstellen.
- Wasabipaste mit etwas Limettenzeste und dem Saft der Limette glatt rühren und mit Mayonnaise vermischen. Zucker, Apfelessig, Salz und Wasser aufkochen und heiß über die geschälte, in Streifen geschnittene Zwiebel gießen. Ponzu-Sauce mit Sesamöl vermischen.
- Das kalte Reh in dünne Scheiben schneiden und anrichten. Mit marinierten Zwiebeln und Wasabimayonnaise ausgarnieren und mit der Ponzumarinade beträufeln.
Mit den Einnahmen – jede Person zahlt 120 Euro für das All-inclusive-Paket – werden die Eventkosten gedeckt. „Alles, was an Geld überbleibt, fließt zu hundert Prozent zurück in die Natur. Zum Beispiel kaufen wir damit Samen für Bienenweiden oder investieren in Hecken und den Bau von Biotopen“, beschreibt Obmann Unger.
Anmeldungen: 0664 133 3073 oder eMail an vielfaltnatur@gmx.at.
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