© Roland Pittner

Chronik Burgenland
06/28/2019

Schulschluss-Streik für den Klimaschutz in Oberschützen

Julia Zink protestierte zuerst allein für den Klimaschutz, am Freitag hatte sie Unterstützung von Hunderten Mitschülern.

von Roland Pittner

Aus allen Richtungen strömen Freitagfrüh die Schüler Richtung Hauptplatz in Oberschützen. Mit Plakaten und lauten "Save our planet"-Rufen säumen hunderte Jugendliche die Straßenränder und protestieren für den Klimaschutz. Julia Zink aus Pinkafeld besucht das Wimmer Gymnasium und ist das ganze Semester über jeden Freitag eine Stunde vor Schulbeginn mit Plakaten auf dem Hauptplatz gestanden. Ihr Vorbild ist die schwedische Klimakativistin Greta Thunberg. "Am Anfang waren wir rund 25, manchmal bin ich aber auch alleine gestanden und heute ist wirklich der Höhepunkt", sagt Zink und schaut in die Runde ihrer Mitstreiter. "Die Demo setzt ein Zeichen", sagt die 16-Jährige. Denn jeder müsse seinen Lebensstil ändern, um die Klimakatastrophe abzuwenden, da sind sich die Schüler einig.  

Auch Johann Werthner, der ehemalige Direktor des Bundesrealgymnasiums, unterstützt die Demo.  "Früher war von der Umweltzerstörung keine Rede", sagt der 99-Jährige, der mit Demonstranten am Straßenrand steht.  Es müsse etwas gegen die Luftverschmutzung und  für die Umwelt getan werden, da stimmt er mit den Schülern überein. Er ist vermutlich der älteste Unterstützer der Aktion in Oberschützen.

 

 

Gottfried Wurm, Direktor des Wimmer Gymnasiums, ist ebenfalls bei der Demo mit seinen Schülern. "Ich bin stolz, dass Julia Zink, die  bei uns in die Schule geht, diese Initiative gestartet hat", sagt der Direktor: "Ich hoffe, diese Generation macht es besser, als unsere und raubt den Planeten nicht weiter aus."

Viele Autofahrer hupen und winken den Demonstranten zu, ob aus Lieferwägen für Klimageräte oder SUV's. "Wir leben alle in den Tag rein und keiner denkt über die Zukunft nach, deshalb stehen wir hier, um darauf aufmerksam zu machen", sagt Amira Mujic

Nach gut einer Stunde löst sich die Kundgebung auf. Die Plakate werden eingepackt und es geht ins Klassenzimmer, immerhin ist neben dem "Friday for Future" auch Zeugnistag. In den Sommerferien gibt es keine Proteste am Freitag. "Im Herbst wird es sicher wieder weitergehen", sagt Zink: "Es gibt mir Hoffnung, dass auch jeder der hier dabei ist, etwas für den Klimaschutz tut".