Mittels Asfinag-Prüfzugs wurden die Fahrzeuge genau kontrolliert 

© Landespolizeidirektion Burgenland

Chronik Burgenland
09/30/2019

Schrott-Lkw im Visier der Polizei: 267 Anzeigen

13 Kennzeichen wurden bei Schwerpunktkontrollen am Wochenende am A4-Grenzübergang Nickelsdorf abgenommen

von Stefan Jedlicka

Den Schwerverkehr auf der Ost-Autobahn A4 am Grenzübergang Nickelsdorf haben am vergangenen Wochenende Polizeibeamte der Landesverkehrsabteilung Burgenland gemeinsam mit Technikern der Asfinag genauer unter die Lupe genommen. Und die verstärkten Schwerpunktkontrollen bei der Ein- und Ausreise brachten einmal mehr ein alarmierendes Ergebnis.

190 Mängel entdeckt

Insgesamt 77 Lastfahrzeuge und Kleintransporter sowie vier Autobusse wurden am Samstag und Sonntag angehalten. Die technischen Kontrollen ergaben dabei nicht weniger als 190 Mängel. 13 Kennzeichen wurden wegen mangelnder Verkehrs- und Betriebssicherheit abgenommen, 24 Lenkern musste deswegen die Weiterfahrt untersagt werden.
In 22 Fällen hat die Polizei vorläufige Sicherheitsleistungen kassiert. Jede Menge Arbeit kommt außerdem auf die zuständige Bezirkshauptmannschaft Neusiedl am See zu. Denn insgesamt wurden bei den Schwerpunktkontrollen am Wochenende 267 Anzeigen erstattet. 89 Organmandate konnten gleich direkt vor Ort eingehoben werden.

Keine Bremsen

Ein rumänischer Lenker war mit einem Kleinbus samt Anhänger gemeinsam mit sieben Personen auf der Fahrt von Holland in seine Heimat. Aufgrund massiver Mängel an der Feststellbremse musste ihm die Weiterfahrt untersagt werden. Auch der überladene Anhänger wurde abgestellt. Ein Lenker aus Serbien wollte mit seinem Kleintransporter nach Deutschland. Bei den Kontrollen entdeckten die Prüfer aber defekte Bremsen am Fahrzeug und weitere Gefahrenquellen am Anhänger. Auch der Serbe durfte seine Fahrt nicht fortsetzen.

Ein ungarischer Lkw-Zug wurde bei Ausreise überprüft – und sofort aus dem Verkehr gezogen. Die Gründe: Fehlende Bremsbeläge und eine defekte Lenkung am Zugfahrzeug sowie ein Anhänger ohne Bremsen.

Gegen Lohndumping

Nicht auf die Fahrzeuge, sondern auf deren Inhalt haben es die Wirtschaftskammer Burgenland und die Finanzpolizei bei Schwerpunktkontrollen heute, Dienstag, am Grenzübergang Schachendorf abgesehen. „Geschätzte 20 bis 30 Prozent aller ausländischen Firmen, die in Österreich arbeiten, verstoßen laut Kontrollen durch die Bauarbeiter-Urlaubs- & Abfertigungskasse gegen das Gesetz“, begründet Wirtschaftskammer-Vizepräsident Klaus Sagmeister, die Initiative. „Logisch, dass die heimischen Betriebe über Missbrauch im grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr und Lohndumping klagen.“ Deshalb wolle man die gemeinsamen Kontrollen mit Polizei und Finanzpolizei fortsetzen.