Chronik | Burgenland
05.12.2011

Schilfgürtel unter der Lupe

Nach einer Kartierung des aktuellen Schilfbestandes werden Schutzmaßnahmen für dieses wichtige Ökotop erarbeitet.

Alle sind zufrieden mit dem Wasserstand des Neusiedler Sees", sagt einer, der es wissen muss. Alois Herzig, Leiter der Biologischen Station Illmitz macht das Sorgenkind der vergangenen Jahre heuer kein Kopfzerbrechen. Natur- und Umweltschützer dürften sich über den derzeitigen Pegel ebenso wenig beschweren wie Wassersportler, meint Herzig.
Viel mehr Gedanken machen sich Experten über die Beschaffenheit des Schilfbestandes, der im Rahmen eines Projektes der Technischen Universität Dresden unter die Lupe genommen wurde.

Der Schilfgürtel habe in vielerlei Hinsicht eine wichtige Funktion, erläuterte der renommierte Wissenschaftler Elmar Csaplovics von der TU Dresden. Er dient als Pufferzone für die Regulierung der Wasserqualität, als Brut-, Überwinterungs- und Durchzugsgebiet für eine große Artenvielfalt und hat auch wirtschaftlich eine große Bedeutung. Die neue Kartierung, die durch Luftbildklassifikationen entstanden ist, soll als Grundlage dienen, dieses wichtige Ökotop so gut wie möglich zu schützen.

Der Schilfgürtel umfasst eine Fläche von rund 180 und wurde 1979 wurde erstmals erfasst. Im Langzeitvergleich kann man feststellen, "dass es keine gravierenden Zuwächse im Schilf gibt", sagt Herzig. Das einzigartige Ökotop beheimatet Fische, Insekten, Säugetiere und vor allem Vögel. Doch jede einzelne Tierart hat andere Ansprüche an ihre Umgebung, erklärt Herzig. Die einen fühlen sich in altem Schilfbestand wohl, für andere wiederum ist Jungschilf lebenswichtig. Mit einem gezielten Flächenmanagement will die Nationalparkverwaltung die natürlichen Lebensräume aufrecht erhalten.

Welterbe 

Seit zehn Jahren fällt die Landschaft rund um den Neusiedler See in die Kategorie "von außergewöhnlichem und universellem Wert". Im Dezember 2001 wurde die grenzüberschreitende Region "Fertö - Neusiedler See" in das Unesco Welterbe aufgenommen.

Im September wird dieses Jubiläum gefeiert. Zum Auftakt der Festivitäten können Besucher die einzigartige Landschaft beim 1. Welterbe-Wandertag, 3. September, ab 9 Uhr in Mörbisch erkunden. Am Nachmittag wird zum Dorffest in der Hauptstraße geladen, bevor um 17 Uhr der offizielle Teil im Alsenpark über die Bühne geht.