Schicksal: Kinder von Eltern getrennt

Die Familie Gjoni ist zerrissen. Die Eltern sitzen im Kosovo, die Kinder leben in Pinkafeld und hoffen, bleiben zu können.

Ich würde mir wünschen, dass die ganze Familie wieder zusammenkommt und wir hier leben können", sagt der 11-jährige Eduard Gjoni leise auf die Frage, was er sich für die Zukunft wünscht. Was er nicht sagt - das ist der Wunsch nach dem Ende der Unsicherheit.
Was die Familie Gjoni bisher erleben musste, ist schon fast unvorstellbar. Drei Kinder leben jetzt in Pinkafeld, die kleinste Schwester Lisa, 5, muss mit ihren Eltern hunderte Kilometer weg im Kosovo leben. Kontakte sind selten.

2004 kam die Familie aus dem Kosovo ins Burgenland, nach Wolfau. Hier wurde auch Lisa geboren. Über Jahre hinweg versuchte man eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung zu bekommen. Vergeblich.

Obwohl die Familie gut integriert war, die Kinder in der Kirche ministrierten und beim örtlichen Fußballverein kickten. Die Abschiebung stand 2010 unmittelbar bevor. Um dieser zu entgehen, entschloss sich die Familie freiwillig zur Rückkehr in den Kosovo.

Hilfe

Unterstützt von Freunden im Burgenland, wie dem Direktor der HLW Pinkafeld, Harald Zapfel, SOS-Kinderdorf-Vorstand Eduard Posch und Rainer Klien, wurde alles versucht, um die Rückkehr der Familie zu ermöglichen.

"Wir hatten für Vater Albert eine Arbeitsgenehmigung, einen Job und alle nötige Voraussetzungen, doch die Botschaft gab ihm kein Visa, mit der Begründung, es bestehe die Annahme, er würde nach Ablauf der Genehmigung nicht mehr in den Kosovo zurückkehren. Dabei hat er das im Sommer 2010 schon bewiesen", ärgert sich Harald Zapfel.

Wenigstens für die Kinder Rajmond, 18, Linda, 14 und Eduard gab es Schülervisa. Sie gehen in Pinkafeld in die Schule und leben in einer Wohnung des Kinderdorfes. Die elf Monate, die sie im Kosovo verbringen mussten, war keine schöne Zeit. Linda: "Wir waren Außenseiter, keiner hat uns gemocht. Außerdem gibt es im Kosovo ein anderes Alphabet."

Familienoberhaupt ist quasi Rajmond, der dabei von einem Onkel, der in Baden lebt, unterstützt wird. "Die ganze Familie wieder in Österreich - das wäre ein Traum", sehnt sich der 18-Jährige nach seinen Eltern.

Wie es weitergeht? Die Schülervisa sind bis April gültig. Danach wird man weiter sehen. Im schlimmsten Fall droht die Rückkehr in den Kosovo. Das wollen die Freunde verhindern.

Unterstützung: Spendenaufruf
Um die drei Kinder finanziell unterstützen zu können, startet das Komitee nun neuerlich einen Spendenaufruf für die drei Kinder in Pinkafeld. "Wir garantieren die ordnungsgemäße Verwendung der Spendengelder", verspricht Harald Zapfel. Wer die Kinder unterstützen will, kann auf das Konto der Raika Pinkafeld, Bankleitzahl 33125, Kontonummer 705.277, Empfängername Harald Zapfel (Unterstützungsfonds der Familie Gjoni) spenden. Linda besucht in Pinkafeld die Hauptschule, Eduard die neue Mittelschule und Rajmond die HLW für Wirtschaftliche Berufe.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011